Buntes

Viel lässt sich seit unserer Rückkehr gar nicht erzählen.

In der ersten Woche hatte ich dann endlich Marcs Erkältung. Wir waren ein bisschen unterwegs mit Bekannten und Kollegen, einkaufen, Fernseh gucken, was man halt so macht.

Gefühlt habe ich Youtube komplett angeguckt, da fiel mir ein Artikel über Netflix auf und gerade läuft der Probemonat. Leider ist der Großteil des Angebotes nur auf englisch, aber es gibt tatsächlich auch Filme auf deutsch.

Der deutsche Frauenverein sammelte ein wenig Geld für einen wohltätigen Zweck, da habe ich die Soi Dog Angels vorgeschlagen. Während wir den Termin ausmachten, starb eine der Damen. Ich glaube, sie war nicht einmal 60 Jahre alt. Sie bückte sich beim Aufräumen und hatte wahrscheinlich einen Herzschlag. Meine Güte. Ich mochte sie sehr gerne. Das bedrückt mich gerade.

Am Wochenende waren wir mti einem Cacherfreund aus Belgien unterwegs, aber wir haben kaum Bilder gemacht. Es sind ja dann doch immer die gleichen Orte, die man besucht.

Erstaunlicherweise ist der Aktionsradius hier sehr klein. Man meint ja immer in Thailand wäre so viel los und alles würde sich spannend gestalten, aber nach mehr als 3 Jahren hat man wirklich alles im Umfeld gesehen.

Heute Abend ist wieder ein Event, diesmal vom belgischen Cacher. Wir 3 Hansel gestalten unsere Hobbyfront schon so gut wir können :-).

Ich mache Bilder, dann habt Ihr morgen wieder etwas zu lesen, nun gehe ich zum Mittagessen mit einer Bekannten!

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Temburong

Wir hatten noch einen Tag in Brunei. Marc war erkältet und seine Nase lief. So richtig war mit dem armen Kerl nichts anzufangen.

So gingen wir zu den Fähren und guckten nach Fahrkarten nach Temburong.

Brunei ist ein geteiltes Land, auf dem Landweg muss man erst wieder durch ein Stück Malaysia fahren. Das war aber für den Mietwagen verboten.

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Dafür gibt es billige Boote, die einen über Flüsse und das Meer nach Bangar, dem größten Ort im Distrikt Temburong bringen. So stiegen wir in das Schnellboot, mit dem wir pfeilschnell den Sungai Brunei hinauf düsten.

Kaum verlässt man die Stadt, so ist man im Dschungel. Mangroven wachsen dicht ans Wasser heran, es gibt keine Straßen oder Anlegestellen, würde das Boot kentern, man käme nicht einmal an Land, so dicht ist die Vegetation.

Hier leben Krokodile, Affen und Schlangen in Sichtweite zum Palast völlig ungestört. In den Wipfeln der Bäume kreischen Vögel und Affen unsichtbar, weithin hörbar, ansonsten ist kein Geräusch zu vernehmen. Menschen sind hier nur Gäste.

Das Wasser ist lehmbraun, die Motoren des Schnellbootes tragen uns unablässig weiter, links und rechts gabeln sich Flussläufe, ebenso überwachsen.

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Man sitzt in einem geschlossenen Boot und kann nur aus kleinen Fenstern nach draussen sehen. Das plump ausstehende Schifflein ist erstaunlich schnell und unglaublich wendig. Die schneidigen Manöver des Kapitäns sind manchmal abenteuerlich, das Boot legt sich in Kurven in Schräglage, bei Gegenverkehr muss abgebremst werden, weil die Wellen das Boot richtig springen lassen. Eine tolle Fahrt!

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Bangar selbst ist ein kleiner Ort. Ein paar Häuser links und rechts vom Fluss, eine Moschee, ein paar kleine Geschäfte, mehr ist hier nicht. Es gibt ein paar Anbieter für Dschungeltouren, der beginnt ja schon in nur 100 m.IMG_0911

Links vom Fluss

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Rechts vom Fluss

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Und die Moschee.

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Wir waren essen und guckten uns nur an. Gut, wir gingen gleich wieder zur Anlegestelle, wir nahmen das nächste Boot zurück.

Marc ging es mittlerweile gar nicht mehr so gut, er hatte auch ein bisschen Fieber. Erkältungen machen einen in der Hitze über Gebühr fertig.

Wir hätten noch eine Bootstour machen können, um uns wieder Nasenaffen anzugucken. An der Fährstelle von Bandar Seri Begawan werden einem diese Ausflüge ständig angeboten, aber Marc war einfach zu erkältet. Wir hatten sie auch schon gesehen. Aber schön zu wissen, dass die ulkigen Gesellen hier in freier Wildbahn am Stadtrand wohnen.

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Ölfelder von Brunei

Ich hatte mit der Mietwagenfirma ausgemacht, dass uns das Fahrzeug zum Hotel gebracht wurde. Man kann in Bandar Seri Begawan ohnehin nirgends hinlaufen, weil es kaum Fußgängerwege gibt und alles so weit auseinander liegt.

Unser Tagesplan sah vor, dass wir weit in den Süden fahren würden, also quasi zurück zur Grenze nach Malaysia. Das ist immerhin eine Strecke von 110 km. Wir nahmen die Schnellstraße und waren recht zügig am anderen Ende des Landes.

Hier kann man den Grund für den Reichtum des Landes anschauen: kleine Ölförderanlagen wirbeln munter umher, sie stehen auf Wiesen und man sieht sie am Horizont im Meer stehen.

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Hier gibt es sogar eine Sehenswürdigkeit, ein Denkmal zu Ehren des Einmilliardensten Barrel Öl, das 1991 gefördert wurde.

Architektonisch hat sich das Land in den 6 Jahren der Eigenständigkeit nicht viel weiter entwickelt. Hier herrscht noch immer der Schick der 70er Jahre.

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Gleich nebenan steigen Flammen in den Himmel auf und der Rauch zeigt an, dass noch Öl und Gas vorhanden ist.

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Leider nicht mehr allzu lange. In ein paar Jahrzehnten werden Bruneis Quellen versiegen. Vielleicht ist auch der religiöse Ruck ins Extreme ein Ausdruck der Angst vor der Zukunft.

In Brunei (wie in vielen anderen ölfördernden Staaten der Welt auch) gibt es außer Öl keine Ressourcen und es ist sehr fraglich, wie sich das Land dann finanzieren soll. Hier ist es so greifbar, dass dieses reiche Land in 50 Jahren verarmt sein wird. Es ist ein bisschen deprimierend.

Wir fuhren zurück nach Bandar Seri Begawan. Das Wetter war unglaublich wechselhaft. Regen, Sonne, Regen, Sonne. Es gab ein paar Caches, die wir abgrasten, aber wir machten kaum Fotos. Erstens um die Kameras nicht dem Regen auszusetzen und zweitens, nun ja, es gab nichts interessantes. Dafür kennen wir das Land jetzt recht gut! 🙂

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Mittagessen beim Sultan von Brunei

Wir waren während des Ramadan unterwegs und in Malaysia war dies kein Problem, da ein großer Teil der Bevölkerung aus Chinesen und Indern besteht, außerdem ist Malaysia da recht entspannt.

Unsere Ankunft in Brunei fiel aber auf das Ende der Fastenzeit und das wird in Brunei mit dem Hari Raya Aidilfitri Fest gefeiert. Zu diesem Anlass wird der Palast des Sultans für 3 Tage zum „Open House“ Besuchern geöffnet. Das ist eine einmalige Gelegenheit den Palast nicht nur vom Fluss aus anzusehen.

Hier ist eines der Eingangstore, durch dieses mussten geladene Gäste mit ihren bescheidenen Mobilen zum Palast fahren.

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Dahinter erscheint ein etwas seltsames Konstrukt, dass bei allzuviel Sonne offensichtlich oben abgedeckt werden kann, damit die Auffahrt im Schatten liegt.

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Der Palast selbst ist schlicht und ernüchternd. Brunei wurde im Jahr 1984 von den Engländern in die Unabhängigkeit entlassen und man kann sich diese Architektur nur dadurch erklären, dass der Sultan zu der Zeit noch nicht viele Paläste gesehen hatte. So entstand ein Zweckbau, der mehr nach Stadthalle als nach Palast aussieht.

Der Palast trägt den schönen Namen „Istana Nurul Iman“, was malaiisch ist und „Palast des Lichtes des Glaubens“ heißt. Er ist dennoch nicht hübsch.

Hier noch ein paar Infos zum Palast:
Das Eigenheim des Sultans umfasst neben den 1788 Räumen 18 Fahrstühle, 44 Treppenhäuser und 257 Toiletten. Im Thronsaal des Sultans finden 2000 und im Bankettsaal gut 5000 Menschen Platz. Fenster- und Türbögen sind aus purem Gold, 64.000 Quadratmeter Wandfläche mit 38 verschiedenen Sorten Marmor verkleidet. Der Prachtbau soll eine Mischung aus arabischen Zelten und malaiischen Langhäusern darstellen. Der Gebäudekomplex besteht aus einem 120 Hektar großen Gelände.
(Quelle Wikipedia).
Von schön steht da ja auch nichts.

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Wir hatten uns mit dem Auto auf den Weg gemacht, weil wir nicht wussten, dass es einen Shuttlebus gab. So fuhren wir, auf der Suche nach einem Parkplatz, mehrmals am Palast vorbei. Glücklich fündig geworden, machten wir uns auf den Weg vom Tor zum Palast und folgten einfach der lokalen Bevölkerung.

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Zum Open House sind alle Menschen eingeladen. Ob Malaien, Chinesen, Inder, ganz egal, jeder darf in den Palast kommen. Entsprechend muss man auch warten.

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Der Palast wird auch bewacht. Von normalen Sicherheitskräften, sowie von traditionell gekleideten Soldaten, deren Kleidung man den Einfluss der Kolonialmacht England aber noch ansieht.

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Uns kamen schon wieder Menschen entgegen, die aus dem Palast kamen. Jeder hatte ein Päckchen dabei, was uns neugierig machte.

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Nachdem unsere Taschen durchleuchtet wurden und wir eine Sicherheitsprüfung überstanden hatten, standen wir wieder an. Wir wussten erst einmal gar nicht wofür. Dafür bewunderten wir die interessante Kleidung der Besucher.

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Ein Asiat ohne Selfie war nicht vor Ort, er hat keinen Beweis. Das war bestimmt ein schönes Bild. Und die Männer sehen toll aus! Mir gefällt die traditionelle Tracht sehr, man sieht durchaus viele Männer auch im Alltag mehr oder minder so gekleidet in der Stadt.

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Diese jungen Frauen waren so offen und fröhlich! Sie wollten mich fotografieren, ich habe sie mit ihrer eigenen Kamera fotografiert und durfte ein Bild von ihnen machen. Wenn man sie mit den etwas steifen, desinteressiert wirkenden Thailänderinnen vergleicht, hat man echte Temperamentbündel vor sich. Zumal sie sehr gebildet waren und wir uns wunderbar unterhalten konnten.

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So kamen wir zu den gestrengen Herren der Anmeldung. Dort schreibt man seinen Namen auf und bekommt ein Kärtchen. Wofür war uns auch schleierhaft. Ehrlich, wir waren völlig ahnungslos. Wir wussten ja nur, dass Open House ist und man in den Palast darf. Der Rest war dann das Überraschungspaket!

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Die Auflösung wartete schon um die Ecke. Es gab Essen! Jeder Mensch in Brunei ist während der 3 Tage des Hari Raya, dem Ende des Ramadans, hier zum Essen eingeladen. Man muss nur kommen!

Man läuft an mehreren Stationen vorbei, an denen Köche Speisen anbieten, die man sich auf seinen Teller schöpfen kann. Anschließend sucht man sich einen Tisch und setzt sich.

Hier konnte man in aller Ruhe sein Essen genießen, noch etwas zu trinken holen und die Leute betrachten. Wir haben dann doch nicht so viele Bilder gemacht, es ist irgendwie peinlich Menschen beim Essen zu fotografieren, das fände ich schrecklich. Wie im Zoo.

Es gab auch Kaffee und Kuchen, sehr lecker, vielleicht etwas süß. Den konnte man sich wieder an einer Station abholen. Das war sehr elegant gelöst, trotz kleinerer Schlangen kam nie Kantinengefühl auf, wobei die Architektur wirklich völlig schmucklos daherkommt. Ich war offen gestanden enttäuscht.

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Allerdings ist es kein Buffet, das man mehrmals besuchen kann. Die Gäste werden nach dem Essen ganz pfiffig in den nächsten Saal geleitet, wo es eine Bühne gibt. Selbst die war wenig mondän.

Hier warteten die Gäste auf eine Vorführung. Allerdings wollten wir nicht bleiben. Aufgrund der großen Anzahl von Besuchern herrschte natürlich ein großer Andrang. Und die Vorführung oder Ansprache war sicher auf malaiisch.

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Wir standen natürlich in der nächsten Schlange, mussten wieder ein wenig warten und wurden von einem freundlichen Herrn gefragt, ob wir den Palast verlassen oder ob wir ein Souvenir haben wollten. Antwort B, Souvenir. Klar.

So erfuhren wir, wofür wir die Karte am Eingang bekommen hatten. Wir lösten diese Karte gegen eine Blechkiste mit einem Kuchen und einer Karte zum Hari Raya. Darin war der Sultan auf einem Polopony abgebildet. Nun ja. Der Kuchen war toll 🙂

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Ich hätte ja gerne die Garage für die Autos gesehen. Oder die Ställe mit den Poloponies. Aber das ist natürlich nicht möglich. Man durfte zwar auf dem Palastgelände ein wenig herumlaufen, aber es gab nicht wirklich etwas zu sehen. Der Palast ist riesig, aber, nun ja, er sieht aus wie eine Stadthalle.

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Es gibt nicht viel in Youtube über das diesjährige Hari Raya, aber diesen Bericht habe ich gefunden. Es vermittelt im ersten Teil einen kleinen Eindruck!

Dennoch, es war sehr beeindruckend! Als wir die Reise planten, wussten wir beim besten Willen nicht, ob dieser Besuch überhaupt möglich sein würde. Vor allem gibt es im Vorfeld kaum Informationen über das genaue Datum, da dies vom Mond abhängig ist.

Das war also ein richtiger Glücksfall. Toll! Hätten wir uns auch nicht träumen lassen, im Palast des Sultans von Brunei einmal Mittag zu essen!

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Ein paar Infos über Brunei

Ich habe einmal bei einem namhaften Tuner für einen noch namhafteren Autohersteller gearbeitet. Dort hielt der Sultan von Brunei eine nicht kleine Abteilung völlig damit beschäftigt, absolut wunderbare Autos noch wunderbarer zu machen. Von dieser Firma waren 2 Mitarbeiter dauerhaft in Brunei tätig, um diese Fahrzeuge zu warten.

Die Angaben über die Anzahl der Fahrzeuge in der Privatgarage des Sultans bewegen sich zwischen 5.000 – 7.000 Fahrzeugen. Wahrscheinlich hat man den Überblick ohnehin verloren. Guckt mal bei Youtube, da könnt Ihr Euch einen Eindruck verschaffen.

Eine Anekdote am Rande: In Brunei ist es langweilig. Ehrlich. Das Land ist so klein und es gibt nicht viel zu tun. Alkohol gibt es keinen. Ich meine, gar keinen. Spielsalons auch nicht. Auch so haben wir nichts Aufregendes gefunden. Man kann eigentlich nur essen gehen und Schaufensterbummel machen.
So ist wohl das Hauptfreizeitvergnügen der Frau des Sultans Einkaufen. Das tut sie gerne und in Mengen. So passierte es, dass die gute Frau mit ihren Tüten vor dem Ferrari stand und feststellte, dass es aber keinen passenden Kofferraum gab. Wie nervig! Der Sultan schaffte Abhilfe, indem er bei Ferrari den Bau eines Kombis als Einzelanfertigung in Auftrag gab. So ähnlich lief das auch bei „meiner“ Firma.

Der Sultan ist, wie man sich denken kann, unglaublich reich. Dank großer Öl- und Gasreserven kann er seinem extravaganten Geschmack freien Lauf lassen. Er liebt Gold, Poloponies und teure Autos. Klar. Und er hat einen winzig kleinen Palast, mit nur über 1.700 Zimmern. Also eigentlich den größten Palast der Welt. Gut, zum kleinsten Land der Welt hat es nicht gereicht, die Saudis haben noch mehr Autos, irgendwie muss man ja auffallen.

Aber er ermöglicht der einheimischen Bevölkerung auch ein recht leichtes Leben. Schwere Arbeiten übernehmen Inder, Chinesen, Malayen und Facharbeiter aus aller Herren Länder. Schulbildung, inkl. und Krankenversorgung ist komplett umsonst und Steuern werden keine erhoben. So ist der Lebensstandard der Bevölkerung sehr hoch.

Nun war ich natürlich sehr gespannt auf Brunei, insbesondere auf den Palast. Von dem hatte mir der Kollege damals nämlich einmal erzählt und ich war sehr beeindruckt.

Und von unserem Besuch im Palast erzählt die nächste Geschichte!

 

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Brunei Darussalam

Der kleine Staat Brunei hat immerhin einen imposanten Namen. Dabei ist Brunei klein, echt klein. Aber da wir ja schon einmal in der Nachbarschaft waren, wollten wir uns das natürlich einmal ansehen!

Morgens wurden wir die 2 Kilometer zum kleinsten Flughafen der Welt gefahren, wo wir unseren Flieger ja auch kaum verpassen konnten. Gab ja nur den 🙂

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Der Flug ging nach Miri, einer Grenzstadt zu Brunei in Sarawak. Dort wollten wir mit dem Bus weiterfahren. Das war auch völlig einfach. Wir stiegen in ein Taxi, keine Preisverhandlungen notwendig, kein Feilschen, kein Verhandeln, das ist so schön in Malaysia, und wurden zur Busstation gebracht. Dort aßen wir noch etwas und fuhren dann gemütlich zur Grenze.

Auch der Grenzübergang war ganz einfach und da Brunei so klein ist, kann man es gemütlich in etwas über 2 Stunden durchqueren. Denn natürlich ist die Hauptstadt auf der anderen Seite.

So, hier waren wir nun. In der Hauptstadt Bandar Seri Begawan in Brunei Darussalam. Was will man mehr? Tolles Land, tolle Namen! Nur kein Taxi.

Ich sag mal so, überall in der Welt, egal wo wir waren, selbst in Ouagadougou in Burkina Faso, an jedem Busbahnhof waren bisher Taxis. Ganz viele sogar. Meistens wird man von wild entschlossenen Taxifahrern umringt, die am Koffer reissen, um den umworbenen Kunden ins Fahrzeug zu bugsieren.

In Bandar Seri Begawan nicht. Da war kein Taxi. Auch kein Taxistand. Da war einfach nichts. Niemand. Nada. Niente. Wir guckten dumm.

So entschlossen wir uns erst einmal einen Geldautomaten zu finden, Bargeld hilft immer. Das war schnell erledigt und es wurde langsam, aber sicher dunkel. Immer noch kein Taxi in Sicht. Wir beschlossen in ein Café zu gehen und dort darum zu bitten, ob man uns nicht ein eines rufen könnte.

Meine Güte, ich mache eine endlose Geschichte kurz. Ich telefonierte mit einem Taxifahrer, dessen Karte man mir gegeben hatte. Der war aber in Miri. Der Ober erläuterte dann, ich solle doch eine App herunterladen. Zum Glück gab es WLAN. Also bestellte ich in der App ein Taxi, aber dann sollte ich eine Kreditkarte eingeben. Nee, lieber nicht.

Ich ging in das Hotel nebenan, aber die konnten auch kein Taxi rufen. Als ich auf der Straße stand, war dann dort eines. Offensichtlich hatte es mit der App auch ohne Kreditkarte geklappt.

Ehrlich – was ist denn das für ein Land?

Egal, selten haben wir uns über den Anblick unseres Hotels so gefreut!

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Nun, was erzählt man über das ruhigste Land der Welt? Architektonisch ist es irgendwie in den 70er Jahren hängengeblieben.

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Da es ein muslimisches Land ist, gibt es wenigstens ein paar wunderschöne Moscheen.

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Als Sehenswürdigkeit gibt es noch ein Wasserdorf, Kampong Ayer. Dieses Dorf steht auf Stelzen, die Menschen leben dort in recht einfachen Häusern. Diese Lebensweise ist für viele Menschen in Brunei Teil ihrer Traditionen und Identität. Um die Lebensqualität der Menschen dort zu verbessern, ließ der Sultan zwischen 2013 und 2014 viele der windschiefen Hütten durch moderne Gebäude ersetzen und stellte diese zur Verfügung.

Diese Wasserdörfer sind durch Wassertaxis miteinander verbunden und es ist wirklich pfiffig, wie pfeilschnell kleine Bootchen die Menschen befördern.

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Hier kann man im Hintergrund übrigens den Palast des Sultans bewundern.

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Ihr möchtet den Herrn Sultan einmal sehen?

Hier ist er:

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Noch mehr Höhlen

Am nächsten Tag war klar, dass ich unsere zweite Klettertour in der Racer-Höhle absagen musste. Meine Hand war leicht geschwollen, offensichtlich nicht gebrochen, aber ich hatte Schmerzen.

Unsere Nachbarn in der Benarat Lodge hatten die Tour bereits gemacht und erzählten, dass man sich hier an Seilen mehrere Meter hochziehen musste. Das war offensichtlich einhändig überhaupt nicht möglich.

Wir gingen also ins Parkbüro und man erstattete mir sofort die Gebühr zurück. Wir hatten nun noch 3 Tage zu füllen und davon waren 2 Tage für je 2 Schauhöhlen vorgesehen. Und am Tag unserer geplanten Klettertour machten wir einfach eine 8 km Wanderung durch den Dschungel. Was ja bei den Temperaturen auch nicht ohne war.

Es gibt eigentlich nur diese eine Straße. Sie verläuft vom Flugplätzlein, am Parkeingang vorbei und ungefähr 1,5 Kilometer weiter zu unserer Unterkunft, noch über eine Brücke hinweg zum Mariott Resort. Das war es dann auch schon.

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Das Wetter ist völlig unberechenbar. Auf der einen Straßenseite herrscht eitel Sonnenschein und auf der anderen Straßenseite kommt schon der nächste Regen. Der dauert ungefähr 30 Minuten und ist schon wieder verschwunden.

So war der Weg zum Park, entlang der Farmhäuser immer eine wunderbare Abwechslung zum dunkelgrün des Dschungels. Wie hell und lebhaft doch Gras aussieht und wie heimelig es die Hügel färbt.

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Der Dschungel dagegen ist dicht und läßt wenig Licht hinab. Oft ist das Blätterdach völlig dicht, man kann, wenn man nach oben schaut kein Fleckchen Himmel mehr entdecken.

Hier sieht man den Eingang zu einer Höhle, aus der allabendlich Millionen von Fledermäusen in den Himmel steigen.

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Der Wanderweg war teilweise sogar gepflastert. Bäume, die sich nicht mehr halten konnten, liegen auf dem Fels auf und man kann sich in aller Ruhe die verschiedensten Epiphyten bewundern.

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Der Weg war teilweise wirklich schlammig und schwer begehbar. Aber wir wurden immer wieder durch wunderbare Aussichten belohnt, wie diesen kleinen Wasserfall.

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Und man findet die interessantesten Baumstämme! Ich mag auch dieses Spiel des Lichts, wenn es denn einmal in die Tiefen dringen kann.

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Der Besuch der Schauhöhlen war fantastisch. Sie sind völlig verschieden, jede Höhle hat ihren ganz eigenen Charakter. Eine besteht aus riesigen Hallen, in denen man sich wie ein Zwerg fühlt, die andere besticht durch fast filigrane Tropfsteingebilde.

Allerdings finde ich es an dieser Stelle überflüssig auf jede einzelne Höhle einzugehen.

Dafür lasse ich einfach Bilder sprechen. Sie sagen mehr als Worte!

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Dies ist ein Bilder einer Höhlendecke. Die schwarze Verfärbung an der Decke besteht aus Hundertausenden von Fledermäusen. Es riecht unglaublich! Und niemand kam aus dieser Höhle heraus, ohne mit Fledermauskot bedeckt zu sein. Der ist hellgelb. Nur mal so, als Information, die keiner braucht!

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