Angekommen

Heute war es recht nett! Das Wetter eigentlich lausig, weil dauerbewölkt, aber hier mag ich das. Alles, um von den über 30°C mal runterzukommen, gelle!

Ich stand auf, mit dem festen Vorsatz zu bügeln. Ein normaler Mensch würde die Wäsche ja abgeben. 300 Baht, also so 7 Euro würde das pro Wäschekorb kosten und man bekäme alles gebügelt zurück. Warum ich das nicht mache, weiß ich selber nicht.

Nun ja. Bügeln! Marcs Hemden gingen schon sehr zu Neige. Ich habe zur Unterhaltung den wirklich tollen Film „Ziemlich beste Freunde“ angesehen! Wie wunderbar! Und die Filmmusik ist auch toll, ich habe gleich mal nach dem Soundtrack geguckt! Darüber vergaß ich fast die Zeit und mußte unter die Dusche hüpfen (nach dem Bügeln unerlässlich) und raste mit noch nassen Haaren zum Moped, ich war viel zu spät dran für meine Verabredung mit Michaela vom Linedance.

Michaela wollte zum Begegnungszentrum, weil dort günstige Thaikurse angeboten werden und ich wollte das neue Pfarrerspaar kennenlernen. Eigentlich ging es mir um die Ehefrau.

Der Anfang hier ist ja schon schwer und es war exakt, wie ich es mir gedacht hatte, selbstverständlich hatte sich die Vorgängerin einen Kehricht darum gekümmert, wie es der Nachfolgerin wohl ergehen würde. Typisch deutsch hatte sie nicht einmal eine Liste mit Telefonnummern der deutschen Klubs hinterlassen. Nicht einmal von der Plauderstunde hatte sie etwas erzählt. Wir Deutsche sind oft so schäbig im Umgang miteinander. Nach dem Motto „Ich hatte es schwer, warum soll ich es -denen- dann einfach machen“, darf man das Rad jedesmal neu erfinden.

Nun habe ich angeboten, ihr die Supermärkte und das Central Festival zu zeigen. Zu erklären, wie man ein Taxi organisiert und wo man Rechnungen zahlt. Und ich habe dafür gesorgt, dass sie in die Verteilerliste der Plauderstunde kommt.

Am Samstag gehen wir zum Oktoberfest in eines der größeren Hotels hier. Elfi hat das vorgeschlagen und wir treffen dann dort noch weitere Bekannte. Mal sehen, ob das Pfarrerspaar da mitgehen möchte.

Wir drei Frauen haben uns prächtig unterhalten und es war echt nett. Die ollen Männer, die sich dort ansonsten treffen, haben wir wunderbar einfach sitzen lassen. Die erzählen immer den gleichen Unfug, nicht so unterhaltsam.

Lustig ist, dass die Thais dort gar nicht englisch sprechen, sondern deutsch. Und ich falle immer zurück ins Englische. Allerdings habe ich mir vorgenommen, soweit ich kann thai zu sprechen. Gut, das sorgt eigentlich nur dafür, dass ich alles zweimal sage. Erst auf thai, dann auf englisch, weil mich eh keiner versteht. Und im Begegnungszentrum dann alles nochmals auf deutsch 🙂

Blöd war halt, dass ich mich mit Michaela an einem ihr bekannten Ort getroffen und mein Moped ganz frech auf einem Hotelparkplatz untergebracht hatte. Wäre ich früher dran gewesen, hätte ich es im Fitnesscenter in der Tiefgarage abstellen können. So saß ich im Begegnungszentrum und habe mich so geärgert, dass meine kleine Rostlaube nun im Regen steht. Und mein Helm vollläuft.

Wir sind dann mit dem Bahtbus wieder zurückgefahren und ich bin ganz deprimiert zum Hotel gelaufen. Völlig durchnässt war das gute Stück! Aber der wunderbare Hotelportier hatte meinen Helm herumgedreht, so dass er innen ganz trocken geblieben war. Wenn ich den das nächste Mal sehe, kriegt er ein tolles Trinkgeld!

Und auf dem Rückweg, durch den verrückten Stau hindurch, da habe ich mich im Zickzack durch die Autos gedrängt, habe Bahtbusse links und rechts überholt, bin auf der Gegenfahrbahn gefahren, habe eine rote Ampel bewußt überfahren und für mehrere Hunde gebremst.

Mir ist unterwegs aufgefallen, dass ich gar keine Angst mehr habe! Dass ich weiß, warum man als Mopedfahrer immer ganz vorne an der Ampel stehen sollte, dass LKWs immer Vorfahrt haben, wann ich schneiden kann und wann nicht. Ich kenne alle Löcher und Absätze im Straßenbelag auf dem Weg nach Hause. Und wenn ich vergessen habe den Ständer beim Losfahren einzuklappen, dann höre ich das Kratzen und hol das Teil während der Fahrt mit dem Fuß hoch.

Ich kann Rechnungen zahlen, auf thai zählen und weiß, wann man mich betuppsen will. Selbst durch Hundemeuten laufe ich mittlerweile, ohne dass es mir weiter auffällt. Und da musste ich lachen und dachte, dass ich jetzt wohl tatsächlich angekommen bin. 6 Monate hat das gedauert!

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