Elefantensafari

In Pattaya gibt es mehrere Orte, um mal einen Elefantenritt zu erleben. Bei uns in der Ecke kenne ich drei, jeweils in Touristenfallen wie dem Million Year Park oder Chang Village.

Da kommen ganze Tourbusse mit 60 freudestrahlenden Chinesen oder abenteuerdurstigen Russen, spucken Ihre aufgeregte Ladung aus, die dann in einer Schlange anstehen müssen, erst an der Kasse, dann zum Reiten. Der Elefantenritt besteht aus einer zehnminütigen Aktion: Rauf auf den Elefanten, einmal im Kreis, der so groß ist wie ein Dorfbolzplatz, runter vom Elefanten. Während des Kundenwechsels dürfen die Mutigen den Dickhäutern winzige Bananen offerieren, was sie mit zitternden Händen und viel Geschubse dann auch tun. Alles in allem eine unwürdige und scheußliche Aktion!

So habe ich im Internet gestöbert und fand eine weitere Möglichkeit, das Chang Elephant Village. Das ist zwar etwas teurer, dafür aber vermittelt es ein gewisses Flair, eine Illusion und 50 Minuten Zeit für den Ritt auf einem Dickhäuter. 

Für den Preis von 1.200 Baht, also ca. 35 Euro, wurden wir direkt vom Hotel meiner Freunde abgeholt und zum Elefantendorf gebracht. Das ist etwas außerhalb von Pattaya und soll den Eindruck eines Elefantencamps im Norden vermitteln. Hier bekamen wir ein Getränk und der Ablauf wurde erklärt. Dann gingen wir zu den Tieren und hatten die Möglichkeit, diese ein wenig kennenzulernen. Und zu füttern. Klar 🙂 100 Baht für eine kleine Hand Bananen, die man selbst auf dem Affenberg für 20 Baht bekommt. 

Aber: der Mindestlohn für Thais liegt gesetzlich bei 9.000 Baht, der Durchschnittslohn bei 14.000 Baht. Ein Elefant wird sich schon so durch 1.000 Baht pro Tag fressen und wenn das Tier krank werden sollte, dann wird es sicher auch nicht billig.
Außerdem: wer kann schon widerstehen?

Bewaffnet mit unseren Bananen standen wir also vor den Tieren. Die Kwang Changs, das ist thai für Mahout, saßen, standen oder lagen entspannt bei ihren Tieren und betrachteten die Handvoll nervöser Farangs.

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Die Elefanten sind schon mit dem Korb ausgestattet, in dem man später sitzen wird. Und manche Kwang Changs sind auch tiefenentspannt!

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Man hat den Tieren kleine Tricks beigebracht, einer der Elefanten nahm einem Freiwilligen einen Hut vom Kopf und setzte ihn wieder auf. Ganz besonders gut konnte er den Hut herumreichen, um Spenden einzusammeln. Anschließend sammelte er in eigener Sache vom beeindruckten Publikum Bananenspenden ein! Ganz geschickt können die Tiere mehrere Bananen im gerollten Rüssel stapeln und schaffen dadurch eine höhere Ausbeute in den Phasen der Spendierwilligkeit!

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Am wundervollsten war ein Jungtier, das „küssen“ konnte! Wie goldig! Das Kerlchen presste das feuchte Ende seiner langen Nase auf meine Backe und atmete dann ein! Das fühlte sich an wie ein Staubsaugerrohr! Ein nasses, rauhes noch dazu! Das ist weder schmerzhaft, noch unangenehm, aber es ist sehr überraschend und selbst ein kleiner asiatischer Elefant, auch ein nicht ausgewachsenes Jungtier, ist wirklich groß und wirkt ein wenig bedrohlich. Also lacht man ganz befreit und überrascht und es war eine wunderbare, ganz neue Erfahrung.

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Roland musste wirklich lachen und der armen Ellen wurde die Brille von dem sehr enthusiastischen Elefantenkind vom Gesicht gestossen 🙂

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Nun versammelten sich die Elefanten und kamen einer nach dem anderen zu einem Hochstand. Auf diesen klettert dann der werte Kunde, um mit einem beherzten Schritt auf den Hals des Elefanten in den Transportkorb zu steigen.

Außer uns waren noch ein paar Chinesen und diese Japaner dabei. Das waren vielleicht 2 verrückte und lustige Kerle! Was die für einen Spaß mit dem zu jedem Unfug aufgelegten Kwang Chang hatten! Aber Ihr seht in den Bildern ganz gut, wie das mit dem Transportkorb funktioniert!

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Und dann ging es los! Der ganze Tross setzte sich in Bewegung und wir ritten auf unbefestigten Wegen entlang. Durch ein kleines Wäldchen, Felder, über kleine Mäuerchen, an Straßen entlang. Das ist wirklich ein kleines Erlebnis und macht richtig Spaß. Man wechselt ein paar Worte mit dem Kwang Chang, unterwegs gibt es ein paar Angebote, weil der gute Mann seinen Verdienst durch den Verkauf von Souvenirs aufbessern möchte. Autos fahren direkt an uns vorbei, wir überqueren Verkehrsstraßen, der Ausblick ist wunderbar und alles schaukelt!

Die fröhlichen Japaner haben verstanden, dass „Hühaaa“ die Tiere antreiben soll und rufen das nun ohne Unterlass, und da ihr Kwang Chang lustig mitmacht und „Elephant number one“ brüllt, ist uns allen klar, dass es ein kleines Elefantenrennen gibt! Die Japaner gewinnen, aber mein Dickhäuter wird immerhin Zweiter 🙂

Und wie das unterwegs aussieht, das könnt Ihr Euch hier angucken:

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