Hongkong – Mitten im Leben

Wenn man in Hongkong nicht gerade von einem öden Kaufhaus mit Gucci, Armani und Co zum nächsten mit den gleichen, geklonten Läden läuft, dann findet man in Hongkong noch sehr viele interessante Ecken!

Zum Beispiel unser Hotel. Das sieht ja schon etwas abenteuerlich aus, vor allem von außen!

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Das Hotel selbst zu finden, war auch gar nicht so einfach, weil es in den meisten dieser Häuser im Inneren vor Läden nur so wimmelt. Da gibt es Cafés, Restaurants, Reisebüros, Visaagenturen, jede Menge Hotels, usw. Marc wollte in einen Sony-Laden gehen, der war genauso untergebracht. Wenn man die Wegbeschreibung vorher im Internet nicht findet, wird man sich zu Tode suchen. Das größte Spielzeugwarengeschäft mit Automodellen war auch in einem herkömmlichen Gebäude versteckt, ganz ohne Reklame oder Hinweise, wie auch die größten Elektronikunternehmen ihre Filialen so einrichten. Hongkong ist ein Labyrinth und aus Platzmangel geht hier alles in die Höhe.

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Sobald man in das Gebäude tritt, wird man auf einen Schreibtisch und einen Wächter treffen, der sich freundlich und bestimmt darum kümmert, dass der Hausklatsch funktioniert. Und mal so ein Auge auf den Aufzug hat. Der wiederum ist, um die Wartezeiten zu verkürzen, so eingestellt, dass einer der Aufzüge nur in den geraden Stockwerken, der andere dagegen in den ungeraden Stockwerken anhält.

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Die Rezeption versteckt sich hinter einer Metalltür, dort können wir einchecken, das Zimmer selbst ist ein Stockwerk tiefer, in einer ehemaligen Wohnung. Das Zimmer wurde mit einer Wand geteilt und verfügt nun über ein eigenes Bad. Aber immerhin mit WLAN, Fernseher und täglichem Zimmerservice, bei dem die Bettwäsche gewechselt wird.

Die Menge der Restaurant steht im Verhältnis zur Bevölkerungsdichte, aber wie schon einmal erwähnt, sind wir eher Freunde der nordchinesischen Küche. Wir sind hier aber in der Nähe von Kanton, und wie die Freunde in Xi’an schon immer sagten: „Im Süden können sie nicht kochen und in Kanton ißt man alles was Beine hat, außer Tische und Stühle!“ Ich wollte schon immer mal nach Kanton, aber ich befürchte, am Ende wäre ich doch enttäuscht. Die Geheimnisse Chinas eröffnen sich nicht sofort, man braucht dafür Zeit.

Also gehen wir in die Imbißbuden, Suppenküchen und Garstände. Meine anfängliche Begeisterung, dass meine Chinesischkenntnisse wieder kommen und ich ganz viel sagen kann, erfuhr einen jähen Realitätscheck: hier spricht man Kantonesisch und kein Mandarin. Super! Lesen kann ich übrigens eh nichts, weshalb wir uns super wohl fühlten und heftig mit dem Finger auf der Speisekarte mutwillig bestellt haben, worauf die Fingerkuppe zu liegen kam.

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Während Hongkong im supermodernen Gewand recht westlich erscheint, so mag ich die alten chinesischen Überreste doch am liebsten. Dieses Lebensgefühl, das ein Zeitungsverkäufer verbreitet, während er seine Ware prüft, auf dem Boden sitzend, innere Ruhe ausstrahlend, während die Geschäftsleute vorbeirasen, um ihre allzu wichtigen Angelegenheiten zu regeln, ist ein herrlicher Kontrast.

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Außer den U-Bahnen, die fast ganz Hongkong durchziehen, gibt es moderne Reisebusse für etwas längere Strecken und diese reizenden, hübschen Kleinbusse, die in die Wohnviertel fahren. Toll ist, dass auch hier alles schön in englisch geschrieben steht, so dass man diese auch benutzen kann, ohne allzu abenteuerlich veranlagt sein zu müssen.

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In Hongkong funktioniert die Meinungsfreiheit ganz gut. Dieser Stand einer umstrittenen religiösen Sekte machte auf sich aufmerksam und als wir vorbeigingen, bekamen wir von 2 freundlichen Damen einen Handzettel ausgeteilt, auf dem schön in englisch und chinesisch vor dieser Sekte gewarnt wurde und Ausstiegsmöglichkeiten aufgezeigt wurde.

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Während die bedrückend langweiligen Kaufhäuser nur die Festlandchinesen mit Rieseneinkommen bedienen, so kann sich Otto Normalbürger auf den Straßenmärkten umsehen. Hier gibt es alles zu kaufen: Souvenirs, technische Geräte, Kleidung, Nahrung. Diese Märkte haben oft bis spät in die Nacht offen, das ist eine echte Freude, wir haben manchen Abend dort schlendernd verbracht.

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Und bei aller Moderne: der Fleischmarkt ist wieder in der Mitte der Gasse und für unsere Verhältnisse sehr, sehr gewöhnungsbedürftig.

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Es gibt auch einen lebhaften Gebrauchtwarenmarkt für sehr beliebte deutsche Markenware!

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Dazwischen findet man auch aktive Künstler. Ein wunderbares Puppentheater führt Pekingopern auf. Das ist ein bisschen quietschig, aber ich muss gestehen, mir gefällt das! Sehr putzige Figuren!

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Und natürlich dürfen die Erhu-Spieler nicht fehlen. Das ist auch sehr gewöhnungsbedürftig, aber die chinesische Musik wird durch dieses Instrument maßgeblich geprägt.

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2 Antworten zu Hongkong – Mitten im Leben

  1. Benzin-im-Blut schreibt:

    Toller Bericht, aber U-Bahn? Gibt es die schöne Doppeldeckerstrassenbahn nicht mehr?

    Liken

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