Hongkong – Auf dem Lande

An unserem letzten Tag wollten wir noch eine Wanderung machen und suchten uns eine Küstenstrecke aus, die als noch recht ursprünglich und dörflich beschrieben wurde.

Während wir das ultramoderne Hongkong hinter uns ließen, freuten wir uns auf 16 km Natur. Eine Strecke, die sich bei uns zu Fuß gar nicht zurücklegen lässt, entweder hätten wir uns etwas gebrochen oder einen Hitzschlag erlitten 🙂

Wir fuhren mit der Bahn und mussten in einen Bus umsteigen. Vor uns war eine endlose Schlange erwartungsvoller Menschen und wir verdrehten schon die Augen, beim Gedanken daran im Pulk von hunderten von Menschen diesen Wanderweg zu gehen. Zum Glück stiegen die meisten doch früher aus!

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Nach fast einer Stunde waren wir am Ziel, dem Dorf Tai O. Hier leben noch Fischer, die Häuschen sind eigentlich eher Blechhütten und das Leben scheint sehr einfach und gemächlich zu verlaufen. Was für ein Kontrast!

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Hier gibt es ein großes Hotel und doch noch einige Touristen. Ein paar Souvenirstände verkaufen manchen Ramsch und ein wenig traditionelles Handwerk. Es riecht salzig und die kleinen Gässchen lassen keinen Zweifel daran, dass hier die Zeit in gewisser Weise stehengeblieben ist.

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Manche der Hütten haben ein winziges Gärtchen, in dem Gemüse gezogen wird, aber so richtig romantisch, dörflich-heimelig wirkt das alles doch nicht. Zu stark ist die Assoziation von Blechhütte und Armut, was hier aber sicher nicht zutrifft. Wahrscheinlich sind die Wohnungen in der Stadt nicht größer, Wohnraum ist einfach sehr teuer.

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Die Orte an der Küstenstraße bei Tai O sind bekannt dafür, dass hier die beste Garnelenpaste hergestellt wird. Man kann schon recht früh riechen, wenn man sich den Produktionsstätten nähert 🙂

Die Garnelen werden gesalzen und an der Luft getrocknet, bis ein Brei daraus entsteht. Dieser wird zum Ruhen in Fässer gegeben und der Prozess wiederholt sich mehrere Male, bis die Paste fest genug wird. Dann werden Blöcke geformt und die Paste kann verkauft werden.

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Die Strecke ist sehr schön, wir laufen immer am Meer vorbei. Das Wetter ist recht bewölkt und anfangs hatten wir noch Sorge, dass wir in Regen kommen würden. Denn, obwohl wir auf unserem Weg immer wieder durch Dörfer kommen, wir müssten nun wohl oder übel die ganze Strecke gehen, da es dazwischen keine Möglichkeit mehr gibt mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiterzukommen. Der Weg ist zu schmal für Fahrzeuge, links ist das Meer, rechts sind Berge.

Wir kommen immer wieder durch kleine Ortschaften und in einer sehen wir, und vor allem hören wir, dass hier ein Fest stattfindet.

Ein tibetischer Lama segnet gerade einen Gläubigen, er sitzt auf einem kleinen Podest, über ihm ein riesiges Bild Buddhas und überall sind Gebetsfahnen. Er spricht ein Mantra, während er die Segnungen vornimmt und eine gelassene, fröhliche Stimmung überträgt sich. Manche der Leute haben ihren SonnenRegenSchirm aufgespannt, es gibt eine Warteschlange und es ist laut. Wie immer! Die Lautsprecher lassen keinen Zweifel daran, dass der Lama spricht, auch die Schwerhörigen können teilhaben.

Eine junge Chinesin spricht mich an und meint, Marc und ich könnten uns auch segnen lassen. Wir sollten einfach sagen: „I am the Buddha“. Aber es wäre mir unangenehm an einer Zeremonie teilzunehmen, an die ich weder glaube noch verstehe. Da käme ich mir vor, wie die Afrikatouristen, die über ihrem erschossenen Löwen stehen und grinsen, während jeder sich fragt, was in aller Welt das soll. So lächelte ich, bedankte mich und tat gar nichts. Sie wartete kurz, lächelte und ging.

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Damit Ihr Euch das besser vorstellen könnt, habe ich ein kleines Video eingestellt:

Auch das nächste Dorf lebt vom Fischfang. Vielleicht könnten ganz Müde den Kapitän eines dieser Schiffe überreden, eine kleine Ausfahrt zum Ende der Strecke zu unternehmen, denn so langsam wird es wieder hügelig und es geht auf und ab.

Wir folgen jedoch brav unserer Straße und schauen uns die, für uns ungewöhnlichen Wäscheleinen an, auf denen nicht nur Wäsche, sondern auch der Fang des Morgens getrocknet werden.

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Hier muss es wirklich oft brennen, denn auch hier sind große Flächen durch Feuer zerstört worden. Und überall sind Ständer mit diesen Besen zum Ausschlagen von Flammen.

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Unterwegs treffen wir immer wieder auf Gräber, die entweder einzeln oder in Gruppen in den Hängen zu finden sind.

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Am Ende unserer Wanderung kamen wir zu chinesisc
hen Bauernhäusern, genauso stehen sie auch in Xi’an. Kaum zu glauben, dass wir nur eine Stunde mit der Bahn fahren müssen, um im Moloch Hongkong zu stehen!

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Ja, das war es in Hongkong. Eine tolle Stadt, aber ich war lieber außerhalb! Wir hatten sehr großes Glück mit dem Wetter, erst am allerletzten Einkaufstag (den ich einfach auslasse in der Berichterstattung) wurde es schwül. So hatten wir super Wetter, nie Regen, keine Hitze. Das war für mich echt schön. 

Nun geht es zurück in unsere kleine Gluthölle, naja eher Dauersauna!

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