International Ladies Club

Letzte Woche war ich beim Kaffeekränzchen des Internationalen Damenvereines. Zuerst hatte ich Sorge, dass das ein recht steifes Unterfangen werden würde, aber an meinem Tisch saß eine Dame, mit der ich schnell ins Gespräch kam. Sie hatte bereits 108 Länder bereist! Irre! Eine zweite Frau gesellte sich dazu und wir verstanden uns so gut, dass wir anschließend noch gemeinsam eine Kneipe aufsuchten.

Dementsprechend ging ich heute innerlich gestählt zum Lunch. Dieser fand im Holiday Inn statt, also für mich, verkehrstechnisch gesehen, recht gut erreichbar. Ich fand auch für das Moped einen Parkplatz und suchte die Lobby. Fand ich auch, nur war die Veranstaltung im Neubau nebenan. Was bedeutete: meine Haare waren völlig verschwitzt, als ich dort ankam. Es ist halt wirklich ungeschickt, wenn man seinen ersten Eindruck mit schweissnassen Haaren hinterlässt.

Nun ja, ich sah mir die Lobby ein Weilchen an und als ich mich halbwegs repräsentabel wieder hergestellt hatte, fuhr ich zum Dachrestaurant. Dieses ist sehr hübsch angelegt, mit Blick aufs Meer und das palmenumsäumte Schwimmbecken. Ab 11.00 Uhr konnte man sich anmelden und bezahlen. Es folgte ein wenig Smalltalk und die Erkenntnis, dass ich viel zu früh da war. Denn außer dem Orgateam waren noch nicht viele Damen vor Ort.

Für die meisten Deutschen dürfte ein Zusammentreffen unter britischer Leitung eher quälend sein. Es werden keine Themen erörtert oder gar verfolgt, man unterhält sich tatsächlich über….. nichts. Das Wetter. Woher man kommt. Die Standardfrage: „Wie gefällt es Ihnen?“, darf als rein retorisch aufgefasst werden und die Antwort hat definitiv positiv auszufallen. Gemeckert wird nicht. Es ist ein verbaler Freifall. Ich fand sicherheitshalber alles einfach ganz prima.

Allerdings ist der Club echt nett. Es gibt jede Menge Veranstaltungen und Beschäftigungsmöglichkeiten. Die meisten der Damen hier scheinen dann doch mehr Geld in den Taschen zu haben, als die Damen in den deutschen Pendants. Ein Essen auf der Strasse kostet 40 Baht, ein Essen im Restaurant so um 100 Baht, dieses Buffet schlug mit 550 Baht zu Buche. Entsprechend ist auch das Klientel ganz anders.

Als Grundlage solcher Zusammentreffen kann man das Sammeln von Geld für wohltätige Zwecke sehen. Was in Deutschland gerne den Sozialsystemen überlassen wird, muss in anderen Teilen der Welt eben über Wohltätigkeitsarbeit laufen. Wäre ich zynisch, würde ich sagen, dass sich hier die Reichen feiern, indem sie für ein Heidengeld essen gehen und dann ein paar Brosamen für die Armen abgeben. Und sich feiern lassen! Gebührend! So ist es einem der größten Golfclubs (davon gibt es Dutzende!) gelungen, mit ihrer großzügigen Spende von 25.000 Baht auf die erste Seite der Zeitung zu kommen. Das sind aber nur 680 Euro, das schaffte letztes Jahr sogar die Plauderstunde der deutschsprachigen Frauen. Aber, ich bin ja nicht zynisch, gelle!

Natürlich musste ich Lose kaufen. Es gab ein paar Preise zu gewinnen, der Überschuss wurde dann gespendet. So saß ich da, alleine mit meinen Losen in der Hand auf einem Sofa, weil ja noch zu wenig Damen da waren. Eine der Damen lud mich zum Bowling ein. Oh je. Weiß nicht. Mochte ich noch nie! Mal sehen.

Dann erschien eine recht dunkelhäutige Frau, die mich direkt ansprach. Sie kommt aus Surinam, was sich asiatisch anhört, aber in Südamerika liegt. Sie hat mit ihrem Mann ein recht aufregendes Leben hinter sich. Alle 3-4 Jahre arbeitete ihr Gatte in einem anderen Land, das ist sicher auch nicht nur schön. Sie nahm mich temperamentvoll direkt mit an einen Tisch und ich war richtig froh, dass ich nun nicht mehr so isoliert herumsitzen musste. Sie hasste übrigens die Schweiz und fand Pakistan ganz reizvoll.

Das Buffet war sehr gut, die Gespräche eher mühsam, aber das ist ja immer so, wenn man neue Leute kennenlernt. Jedoch bin ich froh, dass ich mich überwunden habe. Man muss ja mal einen Anfang machen! Ich ging dann ganz beschwingt meiner Wege.

Nachdem ich hier schon fast 1.000 Baht gelassen hatte, ging ich nach nebenan zum Central Festival. Wie es halt so passiert, ging ich nicht durch den Haupteingang, sondern durch ein Modegeschäft, wo ich gleich ein tolles Kleid sah. Das passte so ausgesprochen gut, dass ich es gleich in mehreren Farben gekauft habe. Die Damen färbten ab!

Aber eigentlich wollte ich ja zum Frisör! Ich sehe aus, wie ein struppiger Köter, wenn ich den Helm abnehme, also müssen die Haare kürzer werden. Diesmal war der Ladyboy nicht da, aber ein schwuler junger Mann verpasste ich mir dann einen super Haarschnitt. Die fröhliche Erweiterung des Geschlechterspektrums in Thailand fasziniert mich immer wieder 🙂 Die sind uns da weit voraus!

Eigentlich wollten wir uns heute Abend noch mit Dave treffen, um einen Cache zu machen, aber dessen Frau war dagegen 🙂
Hihi… von wegen: unterwürfige asiatische Frauen! Wir mussten das nun auf Samstag verschieben!

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