Myanmar – Mandalay

Wir waren schon sehr gespannt auf Myanmar, schließlich war dieser Teil Asiens bis vor wenigen Jahren Terra incognita, ein weißer Fleck auf unserer Landkarte. Militärregierung, Zwangsumtausch und das Verbot individuell zu reisen, machten Myanmar zu einem extrem unsympathischen Reiseland.

So klebten wir am Fenster unseres Minibustaxis, das uns vom Flughafen zu unserem Hotel brachte. Da war es also, das geheimnisvolle Mandalay, das ich bisher nur als Burma aus den Geschichten von Kipling und Maugham kannte.

Auf den ersten Blick sieht es aus wie in Indien. Die Straßen, ganz neu gebaut, verlaufen wie auf die Erde gelegte Bänder über die rote Erde, die Ränder ausgefranst und von vielen LKWs von ganz platt gedrückt.

Der Smog ist sicher auch den lieben Nachbarn Indien und China zu verdanken, und legt sich wie eine Nebelbank über die Stadt.

Es geht arm zu in Myanmar. Man fühlt sich dem Mittelalter näher als dem Alltag Europas, selbst Thailand erscheint von hier aus ultrareich.

Zwei Dinge fallen sofort auf:
Männer tragen Röcke, äh.. Longyis. Das sind Stoffbahnen, die zu einem Ring zusammengenäht werden und am Bauch verdreht und festgesteckt werden.
Frauen und Kinder, seltener Männer, tragen eine gelbliche Paste auf dem Gesicht. Diese Paste schützt vor der UV-Strahlung und gilt hier als hübsch. Thanaka, so heißt sie, wird aus der Rinde eines Baumes hergestellt, auf einem Reibstein wird diese gelöst und dann mit Wasser angerührt mit einem Pinsel auf das Gesicht aufgetragen. Da gibt es die tollsten Muster, aber es sieht am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig aus.

Hier seht Ihr auch gleich 2 Damen mit ihrem Thanakaverkaufsstand.IMG_2544IMG_3158

Eine alltägliche Szene in Mandalay, ein Bauarbeiter mit Funkgerät und Helm überwacht einen Bauabschnitt und eine Verkäuferin trägt ihre Ware umher und verkauft sie quasi unterwegs. Beachtet auch die myanmarsche Variante des Sicherheitsschuhwerkes!IMG_2556

Zum großen Glück für Myanmar hat man Englisch als zweite Verkehrssprache beibehalten, diese wird schon im Kindergarten gelehrt. Dies führt dazu, dass trotz einer Iliteratenrate von über 80% die Verständigung mit Englisch überall wunderbar funktioniert. Auch die meisten Schilder und Informationen bekommt man auf Englisch. Da hatte ich mich ehrlich gesagt auf große Probleme eingestellt.IMG_2087

Die Straßen sind seltsam leer, es gibt zwar viel Verkehr, aber keine Mopeds und es scheint recht gemütlich zuzugehen. Überall sieht man Markttreiben, das von den Gehwegen auf die Straßen wuchert.IMG_2542IMG_2478IMG_2169
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Wirklich erstaunlich sind die Fahrradrikschas, die wir noch überall sehen! Damit können 2 Personen mitgenommen werden, einer guckt nach vorne, der andere Fahrgast nach hinten. Oder sie werden zum Transport von Waren benutzt. Wir hatten mit dem Gedanken gespielt damit zu fahren, aber das fühlt sich ja sooo falsch an…IMG_2540IMG_2075IMG_2539

Natürlich gibt es auch normale LKWs. Und ein bisschen Chaos auf der Straße! Hier fährt man übrigens richtig, also auf der rechten Spur. Allerdings haben die Japaner Myanmar als Abladeplatz ihrer Altwagen entdeckt, weshalb nun sehr viele Fahrzeuge zwar rechts fahren, aber das Lenkrad auch auf der rechten Seite haben. Das ist wirklich sehr schwierig zu fahren, zumal man insbesondere beim Überholen ja nichts sieht. Wir hatten manchen spannenden Moment damit 🙂IMG_2526IMG_2470

Im Zentrum Mandalays ist eine riesige Palastanlage, die quadratisch angelegt, die auf jeder Seite 2 km mit einer Mauer und einem Wassergraben eingefasst wurde. Dahinter im Dunst kann man den Mandalay Hill erkennen.IMG_2103

Der ursprüngliche Palast wurde während des 2. Weltkrieges zerstört und in den 90er Jahren wieder aufgebaut.IMG_2149

Wir haben selbstverständlich ein paar Tempel besucht, waren beim größten Buch der Welt usw. Aber Ihr müsst ja noch so viele Pagoden angucken, da wartet Ihr mal ab. Es wird einem schnell langweilig dabei. Immer nur Buddhas!

Der Jademarkt war sehr interessant. Arbeitsmethoden, wie aus dem Mittelalter! Man kann sich gar nicht vorstellen, dass Menschen unter solchen Bedingungen arbeiten!IMG_2505IMG_2503

Der Klerus darf nicht fehlen! Viele Mönche und viele Nonnen gibt es. Wir sind in Thailand ja nun wirklich Geistliche gewohnt, aber Myanmar stellt alles in den Schatten. Ungefähr 500.000 Menschen gehören dem Klerus an, das sieht man auch! Die karmesinroten bzw. pinken Roben sind aus dem Straßenbild gar nicht wegzudenken.IMG_2157IMG_2518

Man hört auch an jeder Straßenecke aus Lautsprechern laut dröhnend vorgetragene Lehren des Bhudda. Aus kleinen Wägelchen schallt Dhamma-Musik und solche Umzugswagen mit Livemusik sind uns mehrmals begegnet. In Mandalay geht es lustig zu und natürlich auch sehr laut!IMG_2489

Schmutzig ist es auch! Nur mal so am Rande bemerkt. IMG_2497

Am zweiten Tag hatten wir ein Event für unsere Hobbyfreunde eingestellt und es kamen sogar zwei Jungs aus Holland, mit denen wir essen waren und ließen uns Tipps für die Weiterreise geben.

Geschickterweise hatten wir dies gleich in unserem Hotel gemacht. Dieses war übrigens ein Glücksgriff, denn wir hatten eine „Skybar“. Das Gebäude hatte immerhin doch ein paar Stockwerke, ganz oben war das Restaurant mit großen Aussichtsfenstern und jeden Abend gab es eine Aufführung eines traditionellen Marionettentheaters. Anfangs fanden wir auch das Essen nicht sehr teuer. Naja, bis wir merkten was es eigentlich hätte kosten müssen. Aber egal, die ersten Tage waren mit großen Augen und staunend verbracht worden.

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Eine Antwort zu Myanmar – Mandalay

  1. Ecki schreibt:

    Hallo Sandra,

    Ich habe gar nichts von deiner Reise nach Myanmar mitbekommen.
    Das ist ein Land das mich auch sehr interessiert.
    Aber zuerst mal Thailand und Angkor Wat.
    Hast du mein email erhalten?
    Wenn nicht, werde ich es dir nochmals schicken.
    Ich freue mich sehr auf Thailand,
    zuerst aber auf noch mehr Berichte und Bilder aus Myanmar.

    VLG
    Ecki

    Liken

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