Myanmar – Der Mönch von Ywa Thit

Ywa Thit ist ein Kloster aus Teakholz, sehr alt, nicht sehr ansehnlich und in die Jahre gekommen. Es liegt einen Spaziergang von Nyaung Shwe entfernt und es gibt eigentlich keinen Grund es zu besichtigen.
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Sicher hätten wir es nie besucht, wenn unser Hobby nicht immer mal wieder für eine Überraschung gut wäre. So machten wir uns auf den Weg, um einen Cache zu suchen und fanden etwas ganz anderes.

Das Kloster liegt ein wenig abgelegen, mitten in Reisfeldern. Marc hatte gleich eine kleine Freundin an seiner Seite, die uns ein ganzes Stück begleitete.IMG_3124

Wir standen dann aber vor dieser Tür und weit und breit war kein Mensch. So richtig trauten wir uns nicht hinein. Nachdem wir schon die Schuhe ausgezogen hatten, waren wir im Begriff sie wieder anzuziehen und zu gehen. Da kam ein älterer Herr und winkte uns, damit wir ihm folgen.
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Im Inneren des Klosters geht es sehr einfach zu, hier ist das „Schlafzimmer“, an dem wir vorbeigeführt wurden.
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Der Mönch empfing uns sehr freundlich! Es waren gerade 2 Frauen bei ihm, Mutter und Tochter. Der Ehemann der Tochter war bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen und die Frauen hatten Beistand gesucht. Wir begrüßten sie und nach ein paar Minuten verabschiedeten sie sich.

Wir bekamen von dem Mönch Mandarinen geschenkt und er wusste auch, dass wir eigentlich wegen dem Cache gekommen waren. Er hat auch ein eigenes Gästebuch, in das sich alle Besucher eintragen sollen, was wir natürlich gerne taten.DSC00735

Der Mönch spricht nur wenige Worte englisch und ein klein wenig deutsch, dennoch konnten wir uns wunderbar unterhalten. Er wollte ein wenig über Deutschland wissen und kannte einige Städte.
Ich fragte ihn, was die beiden Gesichter auf dem Schildchen bedeuten sollten und er erklärte, dass man alle schlechten Gedanken von sich weisen und im Buddhismus immer versuchen sollte gelassen und glücklich zu sein.
Wie es doch gelingt, mit so wenig Vokabular so viel Inhalt zu transportieren, es erstaunt mich immer wieder!

Er fragte uns dann zu unserem Erstaunen, ob wir mit unserem Handy Fotos machen könnten. Er wollte, dass wir ein „Selfie“ machen und dieses dann auch begutachten. Wie nett er dabei lachte, als er sich auf dem Bild sah!
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Er hustete recht stark und sprach über die gute deutsche Medizin. Auf dem Rückweg überlegten wir, ob er vielleicht keine Medikamente habe und entschlossen uns, ihm welche zu kaufen.

In der Apotheke gab es nichts aus der Heimat, aber aus Malaysia. Besser als nichts! Wir kauften noch einen unglaublich teuren Vitaminsaft und kehrten am Nachmittag zurück.

Ich glaube ja, dass der alte Herr mittlerweile einen Mittagschlaf gehalten hatte, denn er war wesentlich fitter! Er freute sich über Medizin und Saft, schenkte uns weitere Mandarinen und holte seine Fotosammlung heraus.
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Was hat dieser Mensch eine Freude an Fotos! Er zeigte uns sein Kloster in allen Jahreszeiten und erklärte den Jahresablauf am Zustand der Reisfelder.

Er ist schon 26 Jahre im Kloster und sehr stolz darauf. Und er liebt Fotos. Wirklich! Wir wurden förmlich gezwungen Bilder zu machen. Eine Bitte, der wir gerne nachkamen!
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Der jüngere Mönch, der ebenfalls dort lebt, wurde gerufen und durfte sich auch als Fotomodell betätigen.
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Über Selbstauslöser wusste er auch Bescheid, der arme Marc musste die Funktion erst einmal suchen.
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Nachdem er uns Fotos eines Profis gezeigt hatte, war auch klar, warum er unbedingt gewisse „Locations“ aufsuchen wollte. Er weiß ganz gut, wie er sich ins rechte Licht rückt.
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Es war eine sehr anrührende Begegnung mit einem Menschen, der in solcher Einfachheit lebt und so große Zufriedenheit ausstrahlt.

Und wir werden jetzt ein Fotobüchlein machen und es ihm per Post schicken. Wie wahrscheinlich die meisten Besucher dies tun. Aus Dankbarkeit für die schöne Begegnung.
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