Tod den kleinen Freunden

Die Wohnung nebenan ist wieder bewohnt. Ich stellte es an knallenden Türen und Gestreite nebenan fest.

Angekündigt hatte sich der Bezug durch den Putztrupp, bestehend aus den lustigen Damen, die hier in einem eigenen Zimmerlein sitzen. Dort warten sie auf Putzaufträge. Und sie sind auch meine Katzenvertrauensleute! Wir sind ja 2 Gebäude weiterzogen und wenn das Futter für die 2 Streuner leer ist, geben sie mir Bescheid. Ein sehr wichtige Funktion!

Nun, auf jeden Fall haben sie nebenan geputzt. Was zur Folge hatte, dass die kleinen Freunde, in diesem Fall Kakerlaken von mindestens fünfzig Zentimeter Länge, ihr Heil in unserer Wohnung suchten.

Stellt Euch nun diese wahre Begebenheit vor:
Ihr begebt Euch ins Bad und befindet Euch in einer Handlung, die sich aus organischen Gründen nicht so ohne weiteres unterbrechen lässt. Da seht Ihr aus den Augenwinkeln eine verdächtige Bewegung, die ihre alptraumhafte Realität durch eine leichte Drehung des Kopfes offenbart: eine Kakerlake an der Wand. Ca. 30 cm hinter Euch. Und natürlich bleibt das Vieh nicht einfach sitzen, das rennt da hin und her! Bereit sich auf Euch zu stürzen!

Ha! Erschaudert Ihr? Dreht sich Euch der Magen?
Nein? Dann stellt Ihr es Euch nicht richtig vor!

Einzig durch absolute Selbstkontrolle, die sich nur durch meinen eisernen Willen niemals schreiend irgendwelche Szenen zu machen, erklären lässt, habe ich mich beherrschen können. Es gelang mir sogar noch die Wasserspülung zu betätigen. Dann raste ich ins Wohnzimmer und befahl meinen Mann die Kampfhandlungen zu beginnen!

Der begab sich auch auftragsgemäß, ausgestattet mit dem Kakerlakenspray ins Bad. Als er Bericht erstattete (ich saß vorsichterweise mit angezogenen Beinen auf dem Sofa), erfuhr ich, dass die Kakerlake durch einen Angriffssprung direkt ins Klo gefallen war. Marc musste nur noch abspülen. Oh nein! Sie hätte mich ja auch anspringen können!

Ich beruhigte mich damit, dass der kleine Freund ja nun, nach seiner Wasserbestattung, maximal noch im Untergeschoss aus den sanitären Anlage steigen kann. Allerdings war in der Nacht dann wieder einer in der Duschkabine! War der kleine Freund zurückgekehrt? Ich weiß es nicht, er tauchte nie mehr auf!

Ich habe nämlich eingekauft! Spray! Ganz viel! Und benutzt! Alle taktischen Einfallschneisen habe ich mit Gift versehen. Alle Kanten und Nischen.
Und schon war Ruhe.

Die Wohnung nebenan ist ja nun bewohnt. Wahrscheinlich für ein halbes Jahr, viele Menschen überwintern hier. Vielleicht bleiben die kleinen Freunde dort.
Ich hoffe, nebenan ist man toleranter 🙂

 

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