Ein (un)freiwilliger Abschied

Für diesen Samstag wurde eine Gedenkfeier für seine Majestät anberaumt. Das wundervolle Feuerwerkfestival hatte man ja kurzerhand abgesagt, die Touristen bleiben aus und die lokale Bevölkerung guckt müde und enttäuscht ins leere Reisschälchen. Dumm gelaufen.

Anfangs wollte man die Trauerzeit auf ein ganzes Jahr ausweiten. Um das trauernde Volk zu beschäftigen und vom Nachdenken abzuhalten, veranstaltete man emotionale Aktionen, bei denen in riesigen Bottichen Kleidung aller Art gesammelt, schwarz gefärbt und an die arme Bevölkerung verteilt wurde.

Einen Monat lang war jegliche Musik verboten und damit die ganze Vergnügungsindustrie, für die Thailand ja so berühmt ist, lahmgelegt. Keine Musik, kein Alkohol, kein Gogo-Tanz, kein Geld. Selbst da regte sich die Bevölkerung nicht.

Auch die Farce um die Subventionen des Reispreises ging ohne Mucken durch. Sollen die im Isaan doch gucken, wo sie bleiben. Der Preis für Reis ist schwer gesunken, die Bauern stehen vor existenziellen Problemen und die Militärregierung kann keine Gelder freimachen, weil man die frühere Premierministerin Yingluck für solche Subventionsprogramme gerichtlich belangen will. Ungefähr eine Woche vorher ging das durch die Zeitungen. Der Plan der Militärs für die Bauern? Sollen die doch ihren Reis über soziale Netzwerke verkaufen. Man ist sprachlos. Was machen die Bauern? Nix.

Da ging den Militärs auf, dass die Landsleute alle so dolle Angst haben, da kann man zur Belohnung auch mal eine Party steigen lassen.

So kam Pattaya zu einem Gedenkfest für den König. Peitsche hatten sie, jetzt kommt Butterbrot.

Auf den Flugblättern und Zeitungsanzeigen wurde auch hier jegliche individuelle Regung verbeten.
Kleidungsordnung: schwarz
Kerze: weiß.
Programm: Kommen, trauern, Klappe halten.

Ganz schlimm finde ich, dass die Ausländer diesen Mumpitz auch noch mitmachen. Selbst in deutschen Zeitungen, da wo man sich frei äußern könnte, liest man Aussagen, wie :
„Unser König ist gestorben, wir verlangen Respekt für unseren König!“. Ach ja, richtig. Frau Müller und Herr Schulz sind ja Royalisten. Sie lieben ihren König. Es macht mich fassungslos. Viele der Leute leben in diesem Faschismus und sehen ihn nicht. Sie sind völlig glücklich mit der „neuen Regierung“, weil die so schön durchgreift. Himmel!

Dennoch hofft man, dass die Leute einfach ausbleiben und so Widerstand leisten.
Es kamen natürlich alle. Ist ja sonst nix los im Kaff.

k1k2

Ganz Pattaya ist von ängstlichen Möchtegernroyalisten besetzt! Ganz Pattaya? Nein, eine kleine Gruppe Unverdrossener leistet den Unterdrückern heftigen Widerstand!

Wir gingen nämlich dem ganzen Irrsinn aus dem Wege und besuchten mit einem Kollegen von Marc den lokalen Türken! Jawoll!

An so einem Tage sollte man nicht einmal thailändisch essen! Leckeres Şiş Kebap, kein Reis! Ein superfreundlicher Eigentümer, schneller Service, korrekte Rechnung.

Es geht doch!

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