Philippinen – der Vulkan Taal

Wir hatten genug von ausgefallenen Tauchfahrten, irrwitzigen Taxifahrten ins Nirgendwo (habe ich aus Ärger nichts drüber geschrieben), etwas öden Stadtspaziergängen, wir wollten etwas erleben und wir wollten etwas Tolles machen! So! Da sah ich den Vulkan! Dem Hobby sei Dank gibt es ja immer etwas zu tun!

So suchten wir als erstes eine Transportmöglichkeit, wir mussten nämlich ca. 50 km in den Süden fahren. Während meine schwäbische Seele mit dem Bus liebäugelte, hatte mein rheinländischer Mann die Faxen dicke und wollte ein Taxi! TAXI! Okay….

Diesmal fanden wir einen Taxifahrer, der steif und fest behauptete, er wisse, wo der Vulkan sei. Super! Unterwegs kamen wir zu einer etwas mißlungenen Umleitung, aber ich war mittlerweile ja schlauer geworden und hatte das Navi in der Hand. Nach ein paar Mal wenden und einer völlig irren Aktion an einer Mautstelle, war der liebe Fahrer dann auch wieder auf der richtigen Straße.  So kamen wir letztendlich auch zum Ziel.

Unterwegs war das bisher so schöne Wetter selbstverständlich immer schlechter geworden und mittlerweile regnete es. Wir waren in Tagalay angekommen und suchten eine Bootsanlegestelle.

Der Vulkan Taal ist nämlich recht interessant gelegen. Er liegt in einem Kratersee, eines anderen Vulkanes, der in einem See liegt. Es soll die weltgrößte Insel in einem See auf einer Insel in einem See auf einer Insel sein. Cool, oder?

Nun ja, wir suchten ja noch ein Boot. Drama. Der Taxifahrer hatte keine Ahnung, ich auch nicht, so genau war die Karte natürlich nicht. Marc verlor die Geduld und dirigierte den armen Taxifahrer direkt zur nächsten Einfahrt, die zum See führte. Stieg aus und verlangte nach einem Boot. Kein Handeln um den Preis, keine Vergleiche mit der Konkurrenz, nichts. Marc hatte es so satt. Er wollte auf die Insel. Heute. Vor dem nächsten Regen. Also gleich! Der Taxifahrer versprach geduldig auf uns zu warten und machte sich auf die Suche nach einem ruhigen Eckchen.

Wir bekamen auch sofort ein Boot. Klar. Man muss immer das ganze Boot mieten, egal, wie viele Leute drin sind. Meiner schwäbischen Seele tat das schon weh, aber wir wurden bereits auf die Schaluppe verfrachtet!

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Während der Überfahrt wurde es dann windig und recht kühl. Klar, dann regnete es! Und hörte wieder auf. Und fing wieder an.

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Die Begehung des Vulkankraters kann man per pedes oder per PS angehen. Die kleinen struppigen, sehr nassen Pferdchen guckten aber nicht besonders enthusiastisch und wir wollten ohnehin hochlaufen.

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Auf der Insel leben ca. 20.000 Menschen, die mehr oder weniger gut vom Tourismus leben. Das kleine Dorf, durch das wir kamen war aber sehr ärmlich.

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Und während wir immer höher kamen, wurde das Wetter immer besser! Das längste Stück konnten wir noch unter den Wolken ganz ohne Sonne gehen, kurz vor dem Gipfel war es dann wieder unerträglich heiß, aber wunderschön!

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Es gibt mehrere Pfade zum Kraterrand und sie sind mit Kreuzen gekennzeichnet, die hübsche verschiedenfarbige Tücher zur Unterscheidung der Wege haben.

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Der Vulkan Taal ist durchaus aktiv und einer von 16 Vulkanen, die konstant überwacht werden, weil ihre seismische Aktivität sehr hoch ist und es in der Vergangenheit zu sehr starken Eruptionen kam. Man hat auch die Inselbewohner schon mehrfach evakuieren müssen.

Ein bisschen erahnen kann man das, da überall aus dem Boden heißer Dampf aufsteigt und der Boden stellenweise richtig, richtig heiß ist.

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Unterwegs trafen wir immer wieder auf Gruppen, die mit den Ponies unterwegs waren. Die Filipinos waren wirklich sehr nett. Mir tat es ein bisschen leid, dass die Leute an uns eigentlich nichts verdienten und ich hätte auch verstanden, wenn sie griesgrämig auf Touristen gucken, die laufen. Aber wir wurden so freundlich und nett begrüßt, jeder Pferdeführer wünschte uns ein gutes Neues Jahr, das war sehr beeindruckend. Ja, wir gingen auch bewußt zur Seite, damit die Tiere gut laufen können, vielleicht gibt es genug Stoffel, die keinen Platz machen und man war deshalb so nett, aber es ist mir aufgefallen.

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Oben angekommen, hatten wir eine wundervolle Sicht über den Kratersee auf den darum liegenden Taalsee.

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Und wie man gut erkennen konnte, begannen wie Wolken sich wieder zuzuziehen.

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Wir schafften es jedoch trocken bis zum Boot, aber während der Überfahrt begann es schon wieder zu tröpfeln. Ein richtiges Aprilwetter!

Unser Taxifahrer war tatsächlich noch da, wir hatten ihn ja auch nicht bezahlt, und brachte uns umwegfrei zurück zum Hotel. Geht doch 🙂

Und dies war unbestritten das Highlight unseres Philippinenurlaubes!

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