Straßenhunde im Paradies

Für den Neuankömmling in Thailand ist es sicher eine der erstaunlichen Tatsachen, dass es hier vor herrenlosen Hunden nur so wimmelt. Ich rede auch nicht von ein paar Hunden, es sind tausende. Abertausende in Thailand alleine, es sieht in den Nachbarländern eher noch übler aus.

Zweimal im Jahr ist es besonders schlimm, immer wenn überall putzige Welpen herumtapsen, einem nachlaufen, spielen wollen, mit dem Schwänzchen wedeln und man sich gar nicht lösen kann. So wie vorgestern am Strand. Bis dann die Hundemama, zwischen Angst und Aggression schwankend auf einen zuläuft, und man ihr die verzweifelte Hoffnung ansieht, vielleicht doch einen Bissen zugeworfen zu bekommen. Schließlich ist das arme Tier vom Säugen völlig abgemagert.

Die Biester tauchen überall auf. Mitten in Bangkok auf den Hauptstraßen, auf den illegalen Müllhalden in Seitenstraßen, am Strand, am See, im Dorf. Egal wo, man wird immer auf streundene Hunde treffen.

Die Tiere leben in kleinen Rudeln und sind meistens nicht mehr sehr gesund. Viele werden von Thais mit Essensresten gefüttert und es existiert eine Art friedlicher Gemeinschaft.

Gesund sind wenige der herrenlosen Kerlchen. Sehr viele waren Opfer von Verkehrsunfällen, so sieht man einige dreibeinige Hunde.

Am offensichtlichsten und irgendwie am schlimmsten finde ich die Tiere mit Hautkrankheiten, wie Räude. In unserer Straße leben ein paar graue Hunde, die wirklich kaum noch ein Haar am Leibe haben. Und sie bekommen Sonnenbrand, der nässt und verkrustet. Die Hunde kratzen das auf und haben bei dem Schmutz natürlich schnell Entzündungen.

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Das sind nicht meine Bilder, das dauert mir gerade zu lange, die herauszusuchen, aber gesehen habe ich Hunde in jedem dieser Zustände, bis auf den letzten. So ein Häufchen Elend ist mir erspart geblieben.

Allerdings wird die Zahl der Tiere ein paar Mal pro Jahr über Nacht jäh dezimiert. Ich sehe Welpen nur bis zum Alter von ca. 3 Monaten, dann sind sie alle schlagartig weg. Wie durch Zauberhand.

Buddhisten dürfen ja nicht töten. Weshalb man die Überpopulation ungewollter Kaniden indirekt löst: es werden Giftköder ausgeworfen. So frißt der Hund nur dann das Gift, wenn es ihm durch sein Karma vorbestimmt ist. Morgens sammelt man die vom Karma weniger begünstigten ein.

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Eine weitere Version der Bewältigung der Überpopulation besteht darin, die Tiere nach Vietnam zu verkaufen. Dort werden sie zu Curry weiterverarbeitet. Ist so. Der Ablauf entspricht der in Europa üblichen Verschickung von Schlachttieren quer durch ein paar Mitgliedsstaaten zur Sammlung von Subventionen. Wir können also gar nicht so entsetzt tun. Bei uns ist es nur für Hunde besser.
Das ist zwar offiziell nach Protesten aus dem Ausland verboten, aber was heißt in Thailand schon verboten?

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Die staatliche Hilfe durch kostenlose Sterilisationen wird nur von Privatpersonen für ihre persönlichen Haustieren in Anspruch genommen. Es wäre auch ein bisschen gefährlich einen Streuner überreden zu wollen, mit zum Tierarzt zu kommen. Die Versorgung der kranken Tiere bleibt dann der Bevölkerung überlassen. Und die durchschnittlichen Thais stehen nun wirklich nicht im Verdacht zuviel Geld zu haben.

Es gibt einige Organisationen, die sich der armen Viecher annehmen. Mehr oder weniger überwältigt von der Masse an Tieren stehen sie vor einer Sysiphusaufgabe.

Ich zeige Euch ein paar Fälle, wie den Hunden geholfen wird.

 

Hier in unserer Gegend gibt es eine tolle Aktion von Caroline Worthington, die „Ban Chang Angels for Soi Dogs“ ins Leben gerufen hat. Sie sammelt die hoffnungslosen Fälle ein und ermöglicht eine ärztliche Versorgung der armen Hascherl. Gleichzeitig wird jedes Tier nach Möglichkeit sterilisiert, je nach Temperament entweder in Privathaushalte vermittelt oder wieder in die Freiheit entlassen.

Sie finanziert sich alleine aus Spenden und aus ihrem Privatvermögen.

Nun kommt meine Bitte. Falls jemand ein paar Euro übrig hat, dann klickt doch auf das nachfolgende Bild und spendet. Muss ja nicht viel sein. 10 Euro sind hier eine namhafte Summe, wirklich!

Für die armen felllosen Putzelchen!

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