Sofa, Sofa

Wir haben letztes Jahr ein neues Sofa gekauft, Ihr erinnert Euch vielleicht. Das gute Stück kostete über 1.000 Euro, wir gingen davon aus, dass wir es 2 Jahre nutzen können, denn wir hatten keine Lust mehr auf alte, gebrechliche Möbel.

Nun, ein Jahr ist vorbei und Marc und ich haben beide Rückenprobleme, weil die Polsterung des guten Stücks völlig heruntergesessen ist.

Ich finde es erbärmlich, welche Qualität in thailändischen Geschäften angeboten wird. Deutsche Preise für minderwertige Ware. Wirklich. Mein thailändischer Wäscheständer hat über 30 Euro gekostet und hält dem Gewicht der Wäsche kaum Stand. Das Bügelbrett wackelt. Das erste musste an einer Seite unterbaut werden, sonst wäre es gekippt, das zweite war schon besser, aber noch teurer.

Für solche Waren fahre ich jetzt nach Bangkok zu Ikea. Dort bekomme ich für deutsche Preise auch entsprechende Qualität. Sprich, ich zahle weniger und habe vernünftige Ware. Ein Wäscheständer kostet bei Ikea 18 Euro. Dafür bin ich locker 3 Stunden unterwegs.

Nun, wir fuhren also zum Möbelgeschäft und fragten, was die Aufpolsterung kosten sollte. Es folgte eine kleine Diskussion, weil es aufgrund der Sprachprobleme gar nicht so einfach ist, und man schon immer nachhaken muss, ob beide Partner auch wirklich das Gleiche meinen. Am Ende kamen wir auf 190 Euro. Ganz okay, wirklich. Die Polsterung hält dann noch die letzten Monate aus.

Nun hieß es, dass am nächsten Dienstag jemand von der Firma zu uns käme, wegen der Muster. Näher ließ sich das nicht klären, aber ich ging mal davon aus, dass man Polster brächte, den Reißverschluss der Bezüge öffnen würde und der Austausch dann vor Ort stattfinden könnte. Unser Angebot die Polster zu bringen wurde abgelehnt. Man würde uns am Montag anrufen und die Zeit festmachen.

Natürlich rief am Montag niemand an und am Dienstag kam auch keiner. Am Mittwoch war ich ohnehin mit einer Bekannten in der Stadt und wir gingen kurz in dem Laden vorbei.

Da war eine andere Verkäuferin, aber sie wusste Bescheid und konnte etwas besser englisch. Ja, meinte sie, die Polster müssten in die Firma kommen und die würden dort nicht immer arbeiten, es sei auch in Bangkok. Machte keinen rechten Sinn, aber das ist mir ja egal, wirklich, sollen sie halt machen. Also, am Dienstag würde man mich anrufen und am Mittwoch käme dann jemand.

Dienstag erfolgte kein Anruf, ich rief am Mittwoch an. Ja, klar, kein Problem, morgen kommt jemand um 12.00 Uhr.

Heute morgen habe ich gleich mal angerufen, um mich in Erinnerung zu bringen. Ja, klar, heute kommt jemand, aber ob ich die Anschrift erklären könnte. Oh, dachte ich, daher weht der Wind, die wissen nicht, wo sie hinsollen!

Ich lief runter zum Condomanagement und bat die nette Dame dort, anzurufen und den Weg auf thailändisch zu erklären.

Um 11.30 Uhr waren sie hier. Offensichtlich sind sie direkt nach der Erklärung losgefahren. Es waren die gleichen Herren, die das Sofa geliefert hatten, ein supernetter junger Kerl und ein älterer Mann mit Zahnlücken.

Während der ältere Herr voller Eifer die Kissen, die mit Klettband am Rahmen befestigt sind, herunterriss, erklärte mir sein jüngeres Pendant den Ablauf:
Die Herren nehmen vom Ecksofa eines der Sitzkissen und das lange Stück, auf dem man liegen kann mit. Das sind die Muster! Die werden nach Bangkok in die Fabrik, die die Schaumstoffpolster herstellt, gebracht. Und in 14 Tagen erhalte ich die fehlenden Teile neu bezogen retour.

Gut ist, dass ich mittlerweile bei so etwas völlig ruhig bleibe. Ich lächle da ständig weiter, obwohl die Fragezeichen in meinem Kopf Tango tanzen. Eine leichte Verwunderung muss sich dennoch auf meinem Gesicht gezeigt haben, denn ich wurde mit der Äußerung, mir bliebe ja noch ein Kissen erhalten, beruhigt.

Gut, dachte ich, wir gehen ja demnächst für 2 Wochen nach Borneo, das bietet sich quasi an! Ich nahm Zettel und Stift und schrieb ein Abhol- und einen Liefertermin auf und fragte, ob die Herren die Aktion verschieben könnten. Schließlich sind 2 Wochen auf Küchenstühlen keine echte Alternative.

Ja, klar, geht. Ich gab den Männern noch ein Trinkgeld, in der Hoffnung, dass dies meinem Zettel mit den Terminen zu einem längeren Haltbarkeitsdatum in der Erinnerung verhilft, und werde pünktlich einen Tag vor der versprochenen Abholung noch mal anrufen. Damit sie es nicht vergessen.

 

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