Mittagessen beim Sultan von Brunei

Wir waren während des Ramadan unterwegs und in Malaysia war dies kein Problem, da ein großer Teil der Bevölkerung aus Chinesen und Indern besteht, außerdem ist Malaysia da recht entspannt.

Unsere Ankunft in Brunei fiel aber auf das Ende der Fastenzeit und das wird in Brunei mit dem Hari Raya Aidilfitri Fest gefeiert. Zu diesem Anlass wird der Palast des Sultans für 3 Tage zum „Open House“ Besuchern geöffnet. Das ist eine einmalige Gelegenheit den Palast nicht nur vom Fluss aus anzusehen.

Hier ist eines der Eingangstore, durch dieses mussten geladene Gäste mit ihren bescheidenen Mobilen zum Palast fahren.

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Dahinter erscheint ein etwas seltsames Konstrukt, dass bei allzuviel Sonne offensichtlich oben abgedeckt werden kann, damit die Auffahrt im Schatten liegt.

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Der Palast selbst ist schlicht und ernüchternd. Brunei wurde im Jahr 1984 von den Engländern in die Unabhängigkeit entlassen und man kann sich diese Architektur nur dadurch erklären, dass der Sultan zu der Zeit noch nicht viele Paläste gesehen hatte. So entstand ein Zweckbau, der mehr nach Stadthalle als nach Palast aussieht.

Der Palast trägt den schönen Namen „Istana Nurul Iman“, was malaiisch ist und „Palast des Lichtes des Glaubens“ heißt. Er ist dennoch nicht hübsch.

Hier noch ein paar Infos zum Palast:
Das Eigenheim des Sultans umfasst neben den 1788 Räumen 18 Fahrstühle, 44 Treppenhäuser und 257 Toiletten. Im Thronsaal des Sultans finden 2000 und im Bankettsaal gut 5000 Menschen Platz. Fenster- und Türbögen sind aus purem Gold, 64.000 Quadratmeter Wandfläche mit 38 verschiedenen Sorten Marmor verkleidet. Der Prachtbau soll eine Mischung aus arabischen Zelten und malaiischen Langhäusern darstellen. Der Gebäudekomplex besteht aus einem 120 Hektar großen Gelände.
(Quelle Wikipedia).
Von schön steht da ja auch nichts.

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Wir hatten uns mit dem Auto auf den Weg gemacht, weil wir nicht wussten, dass es einen Shuttlebus gab. So fuhren wir, auf der Suche nach einem Parkplatz, mehrmals am Palast vorbei. Glücklich fündig geworden, machten wir uns auf den Weg vom Tor zum Palast und folgten einfach der lokalen Bevölkerung.

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Zum Open House sind alle Menschen eingeladen. Ob Malaien, Chinesen, Inder, ganz egal, jeder darf in den Palast kommen. Entsprechend muss man auch warten.

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Der Palast wird auch bewacht. Von normalen Sicherheitskräften, sowie von traditionell gekleideten Soldaten, deren Kleidung man den Einfluss der Kolonialmacht England aber noch ansieht.

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Uns kamen schon wieder Menschen entgegen, die aus dem Palast kamen. Jeder hatte ein Päckchen dabei, was uns neugierig machte.

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Nachdem unsere Taschen durchleuchtet wurden und wir eine Sicherheitsprüfung überstanden hatten, standen wir wieder an. Wir wussten erst einmal gar nicht wofür. Dafür bewunderten wir die interessante Kleidung der Besucher.

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Ein Asiat ohne Selfie war nicht vor Ort, er hat keinen Beweis. Das war bestimmt ein schönes Bild. Und die Männer sehen toll aus! Mir gefällt die traditionelle Tracht sehr, man sieht durchaus viele Männer auch im Alltag mehr oder minder so gekleidet in der Stadt.

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Diese jungen Frauen waren so offen und fröhlich! Sie wollten mich fotografieren, ich habe sie mit ihrer eigenen Kamera fotografiert und durfte ein Bild von ihnen machen. Wenn man sie mit den etwas steifen, desinteressiert wirkenden Thailänderinnen vergleicht, hat man echte Temperamentbündel vor sich. Zumal sie sehr gebildet waren und wir uns wunderbar unterhalten konnten.

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So kamen wir zu den gestrengen Herren der Anmeldung. Dort schreibt man seinen Namen auf und bekommt ein Kärtchen. Wofür war uns auch schleierhaft. Ehrlich, wir waren völlig ahnungslos. Wir wussten ja nur, dass Open House ist und man in den Palast darf. Der Rest war dann das Überraschungspaket!

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Die Auflösung wartete schon um die Ecke. Es gab Essen! Jeder Mensch in Brunei ist während der 3 Tage des Hari Raya, dem Ende des Ramadans, hier zum Essen eingeladen. Man muss nur kommen!

Man läuft an mehreren Stationen vorbei, an denen Köche Speisen anbieten, die man sich auf seinen Teller schöpfen kann. Anschließend sucht man sich einen Tisch und setzt sich.

Hier konnte man in aller Ruhe sein Essen genießen, noch etwas zu trinken holen und die Leute betrachten. Wir haben dann doch nicht so viele Bilder gemacht, es ist irgendwie peinlich Menschen beim Essen zu fotografieren, das fände ich schrecklich. Wie im Zoo.

Es gab auch Kaffee und Kuchen, sehr lecker, vielleicht etwas süß. Den konnte man sich wieder an einer Station abholen. Das war sehr elegant gelöst, trotz kleinerer Schlangen kam nie Kantinengefühl auf, wobei die Architektur wirklich völlig schmucklos daherkommt. Ich war offen gestanden enttäuscht.

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Allerdings ist es kein Buffet, das man mehrmals besuchen kann. Die Gäste werden nach dem Essen ganz pfiffig in den nächsten Saal geleitet, wo es eine Bühne gibt. Selbst die war wenig mondän.

Hier warteten die Gäste auf eine Vorführung. Allerdings wollten wir nicht bleiben. Aufgrund der großen Anzahl von Besuchern herrschte natürlich ein großer Andrang. Und die Vorführung oder Ansprache war sicher auf malaiisch.

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Wir standen natürlich in der nächsten Schlange, mussten wieder ein wenig warten und wurden von einem freundlichen Herrn gefragt, ob wir den Palast verlassen oder ob wir ein Souvenir haben wollten. Antwort B, Souvenir. Klar.

So erfuhren wir, wofür wir die Karte am Eingang bekommen hatten. Wir lösten diese Karte gegen eine Blechkiste mit einem Kuchen und einer Karte zum Hari Raya. Darin war der Sultan auf einem Polopony abgebildet. Nun ja. Der Kuchen war toll 🙂

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Ich hätte ja gerne die Garage für die Autos gesehen. Oder die Ställe mit den Poloponies. Aber das ist natürlich nicht möglich. Man durfte zwar auf dem Palastgelände ein wenig herumlaufen, aber es gab nicht wirklich etwas zu sehen. Der Palast ist riesig, aber, nun ja, er sieht aus wie eine Stadthalle.

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Es gibt nicht viel in Youtube über das diesjährige Hari Raya, aber diesen Bericht habe ich gefunden. Es vermittelt im ersten Teil einen kleinen Eindruck!

Dennoch, es war sehr beeindruckend! Als wir die Reise planten, wussten wir beim besten Willen nicht, ob dieser Besuch überhaupt möglich sein würde. Vor allem gibt es im Vorfeld kaum Informationen über das genaue Datum, da dies vom Mond abhängig ist.

Das war also ein richtiger Glücksfall. Toll! Hätten wir uns auch nicht träumen lassen, im Palast des Sultans von Brunei einmal Mittag zu essen!

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