Goroka

Unser Flug ging schon recht früh, es war eine kurze Angelegenheit, kaum eine Stunde lang. Port Moresby bietet von oben einen trostlosen Anblick. Die Stadt ist sehr weitläufig, aber soweit das Auge reicht sind alle Hügel gänzlich abgeholzt.

Wenig später aber flogen wir über das Hochland und unter uns erstreckte sich endloser grüner Dschungel. Flüsse mäandern in dramatischen, engen Schleifen und sehen einfach wunderbar aus.

Der Flughafen von Goroka ist einer der drolligsten, den wir je gesehen haben. Ein hypermodernes Gebäude, ganz neu, sehr edel aussehend. Aber das Gepäck kommt auf einem Hubwagen, der von einem Mann gezogen wird und die Koffer werden im Freien auf uralte schrabbelige Tische gelegt, die mitten im Durchgang stehen.

Wir wurden von unserem Vermieter schon erwartet. Dr. Ken Boone, der örtliche Arzt und seine Frau Lisa standen mit einem Schild, auf dem diverse Namen standen, am Ausgang. Eigentlich hätten noch mehr Gäste kommen sollen, leider waren diese einfach nicht gekommen. Das ist so schäbig, wirklich. Die Leute buchen die wenigen, verfügbaren Zimmer und melden sich dann nicht einmal ab.

Wir fuhren mit einem verbeulten Pickup zum Hotel. Dr. Boone hat seine Praxis in einem Häuschen, gleich nebenan hat er einen kleinen Anbau erstellt, in dem 12 Gästezimmer sind. Es sind einfache, aber saubere Zimmer und in all der Zeit gab es auch nur einen, wirklich kleinen, fast unsichtbaren Käfer. Nach der Ausstellung in Port Moresby hatte ich eher mit faustgroßen, nächtlichen Besuchern gerechnet 🙂

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Aber auch hier gibt es strenge Sicherheitsmaßnahmen: wieder muß man durch verschlossene Tor im roten Zaun, es stehen immer Männer als Wache in Sichtweite des Tores, das auch erst geöffnet wird, nachdem sich die Herren versichert haben, dass wir harmlose Touristen sind.

Wir machten uns gleich zu einem Stadtbummel auf. Es erinnert sehr an Afrika. Die meisten Menschen sind zu Fuß unterwegs, der Markt ist ärmlich, die Waren werden ohne Tische auf dem Boden verkauft. Schmutzige, alte Schirme schützen die Menschen vor der Sonne, das Sortiment an Waren ist extrem limitiert. Die meisten Menschen leben hier von dem, was sie für den Eigenverbrauch anbauen und dem wenigen, dass sie hier am Markt verkaufen können.

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Die Häuser sind recht bescheiden, aber es ist alles ein bisschen farbig, fröhlich und sauber. Das ist uns wirklich aufgefallen, Müll findet man hier zwar auch überall, aber nie in den Mengen, die in Südostasien den Alltag bestimmen.

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Wir kamen an einer Tankstelle vorbei. Ein ausgeklügeltes Konzept, gleich daneben kann man diverse Ersatzkanister kaufen.

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Goroka liegt im Hochland und es war für unsere Begriffe sehr angenehm. Nicht kühl, aber die Luftfeuchtigkeit ist so niedrig, dass wir richtig Lust auf einen längeren Spaziergang hatten. Und dieser Weg bot sich an.

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Hier kam vor langer Zeit einmal ein Auto zum Halten, so ging es aber auch uns. Diese Herrschaften baten uns sehr vehement umzudrehen. Ab hier sei es nicht mehr sicher, wir sollten unbedingt zurück. Nur ein Dummkopf bleibt da stur, also bedankten wir uns freundlich und liefen wieder in den Ort.

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Die Innenstadt hat alles, man braucht. Zum Glück auch eine Post und im einzigen Souvenirladen der ganzen Stadt, im Hotel Birds of Paradise, konnten wir die einzigen und letzten 3 Postkarten der Stadt kaufen. Nicht schön, aber wenigstens Ansichtskarten. In der Post wurden diese fachgerecht mit 2 viel zu großen Briefmarken verschönert! Hoffen wir, dass sie ankommen werden!

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Die örtliche Kirche verdient das Prädikat goldig! Sie ist einfach wunderbar den örtlichen Gegebenheiten angepasst und wird damit zum Sympathieträger, ich hasse Prunkbauten in armen Ländern.

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Hier seht Ihr das Raun Raun Theater. Es ist ein traditionelles Haus im Stil des örtlichen Stammes. Leider erscheint das Theater selbst aber recht baufällig und es gibt auch kein Programm.

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Das Hauptangebot an Souvenirs findet man um das Hotel Birds of Paradise in der Stadtmitte. Dort verkaufen Frauen „Bilum“, das sind gehäkelte Handtaschen. Es gibt auch Wettbewerbe für Bilum, sie sind sehr beliebt bei den Einheimischen und die Muster folgen alten Traditionen.

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Im Bird of Paradise kauften wir dann auch die Eintrittskarten für die Goroka Show!

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