Der Flugzeugfriedhof

Es gibt in Bangkok einfach immer wieder überraschende Entdeckungen! Wir hatten bereits über den Friedhof für Flugzeuge gelesen und wollten uns das mit eigenen Augen ansehen!

Man glaubt es einfach nicht. Dieses Bild ist vom Gehweg aus gemacht. Dieser selbstgemachte Zaun, den man üblicherweise auf dem Land erwartet, hält die Passanten von den Flugzeugen fern.

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Mittlerweile haben sich nämlich ein paar obdachlose Familien einfach in den Flugzeugkadavern häuslich niedergelassen. Sie haben diesen Zaun errichtet, ein kleines Tor mit Vorhängeschloss angebracht und nun verlangen sie Eintritt.

Natürlich ist die Höhe Verhandlungssache, aber nachdem ich gelesen hatte, dass man wohl nicht unter 150 Baht pro Person bei den Verhandlungen kommt, nahm ich mir vor es gar nicht erst zu großen Diskussionen kommen zu lassen.

So liefen wir zu dem Tor und ich rief laut „Sawadi kah“, auf deutsch ist das ein schnödes Hallo, da wir niemanden sehen konnten. Es dauerte auch nicht lange, da kam eine junge Frau und wir waren uns auch schnell einig. Ich hatte die 300 Baht schon in der Hand und konnte immerhin diese winzige Unterhaltung fast ganz in Thai abhalten. Nach einer kurzen Rückfrage bei der älteren Dame, die es sich in einem sehr kaputten Stuhl bequem gemacht hatte, war man mit der Zahlung schnell einverstanden.

Die pfiffigen Leute hatten sich bereits 2 Hüllen der alten Flieger geholt und zu Wohnräumen umfunktioniert. Ja, mit Ordnung haben es die Leute hier nicht so und aufräumen mag man in der Hitze auch nicht. Was ihr im Vordergrund seht ist also völlig normal.

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Beachtet die hübschen Hühnerkäfige!

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So übel sind diese „Wohnungen“ gar nicht, immerhin haben sie viele Fenster zum lüften.

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Die ollen Flieger stehen mitten, wirklich mitten in der Stadt. Sie sollten bestimmt einmal recycelt werden, man sparte sich nach dem Ausschlachten alle weiteren Kosten und ließ sie in der Wildnis liegen. Bis Bangkok bis hier heraus wuchs. Nun liegen sie hier. Zwischen Wohngebieten und einer Schnellstraße.

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Hier seht Ihr eine Boing 747 und eine Douglas, das Fahrwerk exisitiert nicht mehr und alles, was sich zu Geld machen ließ, fehlt mittlerweile. Die Tragflächen sind gebrochen und liegen auf der Seite, man kann auf ihnen zu den nächsten Fliegern, die völlig überwachsen sind, laufen. Falls man sich das traut, denn die liegen hier seit vielen Jahren in der prallen Sonne, ich wollte nicht dabei sein, wenn die Oberfläche nachgibt und man einbricht.

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Auf der Rückseite sieht man, dass die gesamte Heckpartie fehlt. Und man sieht, wie elend dünn die Hülle von so einem Flieger wirklich ist. Das Aluminium ist nur wenige Millimeter dick.

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Hier ist das Cockpit der Douglas.

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Man kann auch in die Flugzeuge hineinklettern. Bei der Boing wurde eines der Bodenbleche entfernt und durch das entstandene Loch kommt man in den Bauch des Fliegers. Dort fanden wir diese Treppe nach oben.

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Und ob kommt man oben dann an. Eine Herausforderung mich mit dem Rucksack durchzuzwängen.

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So sieht ein Flugzeug im Rohbau aus.

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Dies ist die Treppe zum oberen Stock.

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Wir waren das aber nicht!

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Dies ist der Blick aus dem rückwärtigen Teil der Boing.

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Und dies ist ein Bild aus einem Fenster im vorderen Teil.

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Ein spannender Ausflug! Die junge Frau, die uns eingelassen hatte, war schon ein wenig ungeduldig, immerhin musste sie ja warten, dass wir wieder gingen, sie musste ja aufschließen. Schließlich ist dies eine offizielle Sehenswürdigkeit mit Eintrittsgeld. Vielleicht gibt es bald auch Eintrittskarten.

Ich finde es amüsant, wenigstens haben die netten Leute so ihr Auskommen. 🙂

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2 Antworten zu Der Flugzeugfriedhof

  1. ervision schreibt:

    Hallo Sandra,

    Da kannst du dir ja ein eigenes Flugzeug zusammen bauen,
    ein bißchen Klebeband, etwas Blumenbindedraht,
    dazu ein paar Kabel und fertig ist euer Flieger.
    Da hat auch noch das Sofa Platz
    und die ganzen Souvenirs aus ??? Jahren Asienaufenthalt.
    Sag bitte Bescheid, wenn du mit dem Flieger über Stuttgart kreist,
    dann werde ich einen sicheren Bunker aufsuchen.

    Viel Spass noch im Lustigland.
    Ecki

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  2. thaitonien schreibt:

    Hallo Ecki,

    der Blumenbindedraht ist gut, vor allem leicht erhältlich 🙂
    Mit dem Ding werde ich aber sicher nicht über Stuttgart kreisen, so weit ließe mich der TÜV ja gar nicht kommen! Und man hat bei uns in der Region alle Bunker gesprengt. *Lach*

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