Loy Krathong

Besser spät als nie, unter diesem Motto erzähle ich Euch nun also von dem wunderhübschen Fest Loy Krathong.

Dies ist ein Lichterfest, das in der 12. Vollmondnacht eines Jahres begangen wird. Am wundervollsten sollte dies wohl in Chiang Mai sein, aber dies war uns nicht vergönnt.

Vor 2 Jahren waren wir zu der Zeit in Surin beim Elefantenfest, im Jahr darauf war ja der König verstorben und alle Festivitäten wurden abgesagt. Durch Erfahrung klug geworden, hatten wir es dieses Jahr nicht gewagt Flug und Hotel zu buchen, was sich als gute Wahl herausstellte. Kurzfristig wurden nämlich alle Spätflüge verboten, aus Sicherheitsgründen, weil in Chiang Mai auch hunderte, nein tausende Ballons aufsteigen. Das wusste man natürlich nicht im Vorfeld. Klar. Weihnachten kommt ja bei uns auch immer so plötzlich. Egal.

Also wollten wir das Fest in Pattaya begehen. Vielleicht nicht der beste Ort dafür, dafür aber der einzig machbare.

Wir wohnen ja etwas seltsam. Ganz am Ende von Pattaya, in einem Vorort, der von Chinesen dominiert wird. Um zu unserem Haus zu kommen, muss man erst zwischen einem Restaurant und dessen Küche hindurchfahren und aufpassen, dass man die Bedienungen mit den Tabletts nicht überfährt. Dann kommt ein Parkplatz, dann unser Haus.

Vor uns liegt das Meer, zwischen Meer und Haus der größte Pool, den ich je gesehen habe. Hinter dem Haus liegt ein Slum. Ist so. Schiefe, krumme Häuser, die auf Stelzen stehen, weil dort ein Kanal verläuft, der eine stinkende, schwarze, entsetzliche Brühe auf Umwegen ins Meer entlässt.

In dem Wasser tummeln sich fette Warane und dicke Schlangen. Hunde und Katzen müssen echt aufpassen und ich kann nur staunen, dass die Leute die Moskitos überleben. Aber es ist eine richtige kleine Gemeinde, die ich so ein bisschen kenne. Ich fahre ja täglich dort vorbei, winke und grüße seit Jahren.

Also war es klar, dass ich mein Loy Krathong Schiffchen nur dort kaufen kann! Auf dem Heimweg hielt ich an und tatsächlich hatte man bereits ein paar Tischchen aufgebaut, mit Stangen eine waghalsige Schattenspenderkonstruktion gebastelt und die lieben Dorffrauen nähten mit Nadel und Faden Blüten auf Ketten. Die Herren hatten mit Nägeln die dicken Blätter von Palmen, nachdem diese kunstvoll geschwungen waren, an die Grundplatte genagelt.

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Das Ergebnis ist traumhaft!

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Ich habe gleich 2 Stück gekauft, jeweils zum Preis von umgerechnet 5 Euro. Die beiden Prachtstücke wurden jeweils in eine Plastiktüte gepackt und ich hängte diese an den Lenker vom Moped. Also sehr authentisch 🙂

Daheim angekommen, packte ich die guten Stücke aus und legte sie auf Teller. Die Regierung fordert jedes Jahr, dass keine Unterbauten aus Styropor benutzt werden, weil sonst das Meer tagelang tonnenweise Styroporflocken an die Strände schwemmt. Unsere Loy Krathong Schiffchen waren, und darauf hatte ich geachtet, noch traditionell hergestellt, mit einem Unterbau, der aus einer Scheibe vom Stamm eines Bananenbaumes hergestellt war.

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Nun goß ich Wasser in die Teller, damit die Blüten möglichst frisch blieben!

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Nun wartete ich auf Marc und den Einbruch der Nacht. Denn die Schiffchen werden im Dunkeln zu Wasser gelassen. Vorher zündet man die Kerzen, die oben in den Blüten stecken an und lässt alle Ungemach des letzten Jahres den Fluss hinunter treiben oder vertraut sie dem Meer an.

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Auf dem Weg durch unser Dörfchen kamen wir an vielen Ständen vorbei, die auch Schiffchen verkauften. Dort erstanden wir auch 2 kleinere, denn ich wollte unsere einfach bei uns auf dem Tisch stehen lassen, so hübsch waren sie!

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In Naklua gibt es einen Fischmarkt und daneben eine Art Park. Die Thais kaufen auf dem Fischmarkt Meeresfrüchte, lassen sie dort auch gleich grillen und essen sie dann auf dem Gras sitzend, wie beim Picknick. Für Loy Krathong war alles herausgeputzt, bunt, etwas schrill, aber sehr fröhlich.

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Man hatte eine Bühne aufgebaut und es gab tolle Aufführungen. Aber meine Güte, wie laut. Thailänder sind völlig immun gegen Lärm. Es stört sie nicht. Sie sitzen vor Lautsprechern bei 700 Dezibel und machen sich nichts draus.
Wir dagegen mussten schnell weiterlaufen, es war wirklich nicht zum Aushalten 🙂

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Am Strand bemühten sich alle redlich die Schiffchen zu Wasser zu lassen. Leider ist hier kein richtiger Strand und das Wasser ist nur wenige Zentimeter tief. Hier oben ist eine Wattlandschaft, deshalb wirkt auch das Wasser so trübe. Gut, die Entleerung der Kanäle hilft auch nicht wirklich.

Am Horizont sieht man übrigens Laem Chabang, den größten Containerhafen Thailands.

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Da das Loslassen der Schifflein ein wenig an Attraktivität vermissen ließ, hat man ein großes Becken eingerichtet, wo man erstens sehr bequem dran kam und zweitens sein Schifflein noch weiterhin bewundern konnte.

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Schaut und staunt! All diese Kunstwerke sind das Ergebnis von Amateuren! Man mag es nicht glauben. Aber die Profis in Bangkok übertreffen diese Kunstwerke bei weitem.

Ein Traum aus Blättern und Blüten 🙂

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Und tatsächlich hatten die Thailänder Glück, es war eine wolkenlose Vollmondnacht. Die erste seit Monaten und seitdem die letzte!

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