Der Fluss und der Tigerpark

Heute morgen war es schon offensichtlich, dass die Temperaturen weit nach unten gegangen waren. Die Straßen wurden auf die unterschiedlichste Art von Eis und Schnee freigehalten. Da stehen Trauben von Arbeitern mit Schaufeln und schippen Schnee auf einen Lkw. Nicht weit davon entfernt steht ein Bagger und schrabbt mit seiner Schaufel auf dem Asphalt das Eis ab, dass dann wieder von Männern weggeschippt werden muss. Und es gibt diverse Straßenkehrmaschinen, die auch noch im Einsatz sind.

Wir tappsten vorsichtig hinunter zum Fluss. Der ist völlig zugefroren, darauf finden die unterschiedlichsten Dinge statt. Man kann eine Fahrt machen, mit Hundeschlitten, Pferdeschlitten, sogar ein Rentier stand vor einem kleinen Schlitten bereit. Daneben kann man auf Pferden reiten oder ein Kamel besteigen. Auf dem Boden liegen dicke Gummiringe, die an einem Seil aufgereiht sind. In die Ringe legt man sich, wenn alle Plätze belegt sind, wird man von einem Jeep über den Fluss gezogen.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit Schlittschuh zu laufen und wenn man müde ist, macht man an einem der Essenstände eine Pause und für kalte Finger gibt es kleine Läden, die wärmende Kleidung an den Mann bringen.

Als wir alles gesehen hatten, wollten wir zum Tigerpark. Ein Taxi brachte uns auch zügig hin. Groß ist er geworden, der Park. Es gibt nun einen Zirkus nebenan. Ich kaufte auch gleich Karten für den Bus, der quer durch die Anlage fährt, daran konnten wir uns noch lebhaft erinnern.

Aber das hat sich wirklich sehr geändert. Mittlerweile sind die Sitze im Bus so angeordnet, dass man direkt zum Fenster hinaussehen kann. Das ist tatsächlich toll, so kann jeder auch etwas sehen.

Die Anlage war viel schöner, als ich das in Erinnerung hatte. Die Tiger leben im Freien in sehr großen Freiläufen, inmitten von Bäumen. So können sich die Tiere wirklich bewegen, können dem Busverkehr und den Artgenossen ausweichen, wenn sie dies möchten.

Die Tiere machten auch durchweg einen guten Eindruck, wenn sie auch alle etwas übergewichtig waren. Winterspeck 🙂

Leid taten mir aber die Löwen, die ganz traurig sammengekuschelt im Schnee lagen. Sie hatten zwar tatsächlich ein Winterfell, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass für afrikanische Tiere die sibirische Kälte wirklich akzeptabel ist. Weiß nicht, das war bedrückend.

Die Stadt ist so gewachsen! Früher war der Park irgendwo im Nirgendwo, nun stehen direkt dahinter Dutzende sehr hässliche Hochhäuser, quasi in direkter Nachbarschaft, Es wirkt ein bisschen bizarr.

Weggefallen ist die Fütterung. Früher wurde im Bus Geld gesammelt und dann kam ein Jeep, der ganz mit dicken Gitterstäben umhüllt war. Der Fahrer öffnete ein Dachfenster und warf Hühner, ja lebende, aus dem Gitter aufs Fahrzeugdach. Dann warteten alle auf den Tiger. Das war absolut cool. Da haben wir heute umsonst gewartet.

Als die Tour vorbei war, da kamen wir zu einem überdachten Gang, links und rechts Gitter bis ganz oben, dort konnte man Fleischstücke kaufen und mit einer Stange durch die Gitter schieben. Darunter saß ein dicker Tiger, der aussah, wie eine bettelnde Hauskatze. In einem Käfig saßen 2 halberfrorene Hühner, aber die wollte niemand verfüttern.

Seit Chinesen selbst so viel Geld haben, dass sie in großer Zahl reisen können, hat es ein bisschen den Reiz verloren. Alles ist durchorganisiert und auf Masse getrimmt. Schade. Das war mal eine wilde Aktion. Vielleicht finde ich den Artikel im alten Blog und verlinke den nochmal. Aber das geht von hier aus leider nicht, ich kann ja nur schreiben, nicht lesen. Es ist schon grausig, dieser Internetzensurquatsch. Jeder Chinese hat auf seinem Handy ein entsprechendes Programm installiert, hätte ich auch noch in Thailand machen sollen. Nun ja, Nächste Woche dann!

 

 

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