Festival der Eisskulpturen

Heute waren wir bei der zweiten großen Veranstaltung in Harbin, bei den Eisskulpturen. Sinnvoller Weise sieht man sich das erst im Dunkeln an, weil innerhalb der verbauten Eisblöcke Leuchtstäbe verbaut wurden und diese dann Abends für ein Lichtermeer sorgen.

Aber wir haben uns zuerst vorbereitet. Ich hatte 5 Lagen an Pullis unter dem Wintermantel an und zwei warme, lange Unterhosen unter der gefütterten Hose. Dicke Socken natürlich und meine neue Mütze und Schal. Marc war ebenso eingemümmelt. Das Michelinmännchen ist nix dagegen!

Wir haben gerade -25 Grad. Auf dem Thermometer, sobald die Sonne untergeht sacken die Grade nur so ab. Unsere Lustigtaxifahrerin hatte den Nerv uns fast einen Kilometer vor dem eigentlichen Eingang abzusetzen. Echt unverschämt. Leider haben wir das erst wirklich gemerkt, als es zu spät war.

Nun gut, der Eintritt war mit 330 Yuan pro Person auch nicht gerade billig, aber wenigstens war es im Eingang und der Warteschlange richtig mollig warm. Anfangs war es auch draussen gar nicht kalt. Wir waren ja gut eingepackt.

Hier hat man eine richtige kleine Stadt aus Eis aufgebaut. Es ist wunderschön. Etwas kitschig mit all den bunten Lampen, die ständig die Farben wechseln, aber es hat definitv etwas.

Viele der Gebäude aus Eis sind mehrstöckig und man kann nach oben gehen, wo man dann einen wunderbaren Ausblick hat. Es sind natürlich echt viele Leute unterwegs, aber es ging wirklich gut. Am Wochenende möchte ich hier aber wirklich nicht sein.

Hier fanden wir dann auch die eigentliche Ausstellung der filigranen, wunderschönen Eisfiguren, die früher im Zhaoling-Park waren. Eigentlich schade, denn hier gehen sie völlig unter, sie waren im Park wirklich besser aufgehoben. Man kann die Figuren auch gar nicht richtig ansehen, weil dahinter die bunt beleuchteten Eismauern stehen und man sie tagsüber wirklich besser bestaunen kann. Darunter waren wieder Meisterwerke, insbesondere die Teilnehmer aus der Mongolei hatten ein paar wundervolle Kreationen erschaffen. Bilder stelle ich ab Sonntag ein, gelle. Müsst Euch bitte noch ein bisschen gedulden.

Mittlerweile war uns kalt und wir gingen in eine der Gaststätten. Unsere Gesichter waren ganz eisig und die Finger erst! Ich hatte auch Sorge, dass die Batterie der Kamera irgendwann einmal aufgibt, so kalt wie es war.

Das Problem war aber, dass der Wasserdampf im Restaurant auf der Linse der Kamera festgefroren war. Wie idiotisch. Da ist man aufgewärmt und muss dann warten, bis die Kameralinse wieder auftaut. Damit hatte ich dann doch nicht gerechnet.

Wir gingen weiter. Vorbei ein Eiskirchen und Eiskathedralen, einem Buddhatempel aus Schnee und einer Anlage, die der chinesischen Mauer ähnelte. Man konnte sich anstellen und eine Treppe bis ganz hinauf gehen, dort auf einen Schlitten steigen und zwischen mit bunten Lichter versehenen Kunstbäumen hinunterfahren. Aber wir wollten nicht anstehen!

Es gab sogar ein Restaurant ganz aus Eis gebaut! Sehr cool, aber auch sehr leer. Es war noch zu früh für ein Bier 🙂

Langsam kroch die Kälte in meine Schuhe. Die Geschichte der Schuhe habe ich ganz vergessen, die erzähle ich noch später. Auf jeden Fall bekam ich kalte Füsse. Mein Gesicht konnte ich kaum noch spüren, meine Nase habe ich öfters mit der Hand gehalten, in die ich hauchte, damit die wieder warm wurde.

Aber es wurde spürbar kälter. Jedesmal, wenn ich ein Bild machte, dann beschlug meine Brille und das gefror dann sofort. Auch kein Spaß, wenn man ständig feines Eis von der Brille putzen muss.

Marcs Hände waren von der Kälte ganz steif geworden. Wir waren uns einig, nach über 2 Stunden war es jetzt nicht mehr auszuhalten.

Aber es war wirklich super schön! Wir wären ja gerne noch ein zweites Mal durch das Eisdorf gelaufen, aber es ging wirklich nicht mehr.

In der Stadt waren wir nochmal im Tatoc, dem netten russischen Restaurant mit dem tollen Brot und im Hotel verschwanden wir binnen Minuten unter der heißen Dusche. Jetzt geht es wieder!

Und morgen besuchen wir die Schneestadt! Zum Glück ist das tagsüber machbar!

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