Tee? Tee!

China und Tee verbindet man eigentlich automatisch. Und so ist es auch, obwohl Kaffee immer verbreiteter wird und Starbucks in China quasi in jedem Dorf zu finden ist (wobei die Definition Dorf in China jeden Ort unter 10 Millionen Einwohner trifft), ist Tee weiterhin die Nummer eins.

Von der Teezeremonie hat sicher auch jeder gehört, aber dieses Getränk ist nicht etwa ein Überbleibsel aus der historischen Mottenkiste. Weit gefehlt.

Marc wollte eine bestimmte Art von Teebecher haben, weshalb wir zu einem der größten Teemärkte Pekings fuhren. Der Begriff Markt ist dehnbar, es handelte sich um ein sehr großes Kaufhaus, in dem es nur Tee und alles drumherum gibt. Über einige Stockwerke hinweg, endlos.

Hier ein paar Impressionen, damit Ihr Euch eine Vorstellung machen könnt.

Hier gibt es Teetassen mit Kannen in wunderhübschen Geschenkkartons. Alleine schon für diese wunderbaren Holzkisten würde ich das schon gerne kaufen!

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Dies sind Tische für die Teezeremonie. Bessergestellte haben das auch gerne mal privat zu Hause im Gebrauch. Die Preise sind unglaublich!

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Gepresster Tee, zu einer Pyramide aufgebaut. Da steht ein Vermögen! Tee ist wirklich zum Teil unbezahlbar.

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Hier gibt es gepressten Tee, Pu’er.
Tee aus Blüten. Z.B. gibt es die Blüten der Chrysantheme, die als Kugel verkauft wird. Diese kommt ins Wasser, wo sie langsam aufgeht, wunderhübsch aussieht und ihr Aroma abgibt.
Es gibt Teeblätter in allen Farben, schwarz, braun, rot, grün, gelb, ocker.
Tee in Kugelform, staubfeinen Tee, zu Scheiben gepressten Tee.
Blätter in allen Varianten: dick, dünn, lang, kurz, trocken, klebrig.

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Dazu Teekannen, Töpfchen, Tische, Tiegel und immer noch mehr Teesorten.

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Hier bleiben keine Wünsche offen, oder? Leider konnten wir Marc speziellen Becher nicht finden. Wir fragten ein paar Verkäufer, die verneinten. Teilweise wurde wild herum telefoniert, das Bild im Handy fotografiert und per Messenger verteilt. Das geht hier fix, die Leute sind so effektiv, organisiert und intelligent. Wenn man aus Thailand kommt, schlackern einem die Ohren, bei so viel Schnelligkeit. Aber dennoch, genau diesen Becher hatte halt niemand.

 

 

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Der Sommerpalast

Es gibt den alten Sommerpalast, der von den Engländern und Franzosen zerstört wurde, gleich daneben ist der neue.

Es ist eine riesige Anlage, hier ist auch ein toller Wegweiser.

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Dies sind die Überreste des alten Sommerpalastes.

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Marc steht vor einem Irrgarten, der zu diesem Pavillion im Hintergrund führt. Es ist sehr putzig durch die kleinen Gänge zu huschen und immer mal wieder muss man auch umdrehen.

Marc war da sehr erkältet und in China tragen Menschen mit Erkältung eine Maske, um andere nicht anzustecken. Als SARS China heimsuchte, wurde dies flächendeckend progagiert und im ganzen asiatischen Raum hat sich das etabliert. Ich finde es ja gar nicht schlecht, aber für Brillenträger ist es eine Herausforderung!

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Der Fluss war zugefroren und die Leute hatten einen Spaß mit ihren Schlitten mit Stöcken, die hier anstatt Schlittschuhe benutzt werde.

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Der neue Sommerpalast ist an einem Hang erbaut worden.

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Dieses Schild hat nicht geholfen!

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Und noch ein Bilder der schönen Detailarbeiten an einem Dach.

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Wir waren viele Stunden im Sommerpalast. Und da Marc geschwächt war durch Krankheit, Erschöpfung und Kälte habe ich ihm ganz selbstlos vorgeschlagen die Straße zu überqueren und zum Hongqiao Markt, dem Perlenmarkt zu gehen. Dort war es warm, es gab Kaffee und während ich Perlenketten aussuchte, konnte er ausruhen.
Ich tu echt alles für ihn 🙂

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Die Verbotene Stadt

Die Verbotene Stadt ist riesig, weitläufig, sehenswert, aber irgendwie steril. Fast alle Gebäude sind leer, es gibt zwar ein paar Museen, aber hier steht nur noch eine Hülle. Zu gerne hätte ich gesehen, wie sich hier Menschen tummelten.

In meiner Erinnerung war die Stadt recht klein und ich war verblüfft, welche Dimensionen sie tatsächlich hat.

Zuerst muss man den richtigen Eingang finden. Rechts von Mao!

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Es war richtig kalt, bitte seht selbst, der Kanal ist zugefroren!

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Und hier könnt Ihr, fast unkommentiert, einfach Bilder auf Euch wirken lassen.

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Und natürlich kommt man auch hier nicht ohne Verbotsschilder aus. Aber wenigstens sind sie goldig.

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Tienan’men

Der Platz riesig und hässlich. Der Charme der kommunistischen Bauweise lässt zu wünschen übrig und erinnert ein wenig ans Stuttgarter Rathaus. Gut, vielleicht in anderer Reihenfolge 🙂

Dafür ist er sauber und man könnte vom Boden essen.

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Hier geht es zu Maos Mausoleum. Die winzige Säule erinnert ganz bescheiden an seine Verdienste:

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Und weil Mao so ein Menschenfreund war, steht auch genau hier ganz putzig ein Wagen mit der Aufschrift „Humanitäre Hilfe des chinesischen Roten Kreuzes“. Sehr passend!
Aber wahrscheinlich sind das einfach nur Helfer des Roten Kreuzes, die später Aufklärung betreiben oder freundlich Tee und Pflaster reichen.

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Hier also ist das Mausoleum und für chinesische Verhältnisse ist hier nichts los. Ein paar Leute machen Erinnerungsfotos, ein paar wenige stehen vor dem Mausoleum Schlange.

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Unseren Besuch habe ich ja schon geschildert und Fotos waren verboten.

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Was ich in China so nett finde, ist diese unbeabsichtigte Drolligkeit. Völlig überzogene Polizeipräsenz, Soldaten, wohin das Auge blickt, Scanner, Ausweiskontrolle, man kommt kaum auf den Platz.

Und dann fahren sie mit diesem putzigen, drolligen und überhaupt nicht ernstzunehmenden Autochen herum, die Augen blitzen und strahlen und der Fahrer sieht so reizend und lustig aus, man möchte einen Tee mit ihm trinken.

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Hier seht Ihr mal, wie Verkehrskontrolle auf chinesisch funktioniert. Damit niemand einfach mal so über die Straße rüber zum Eingang der Verbotenen Stadt laufen kann, hat man lauter Zäunchen gebaut.

Allerdings gibt es geregelte Übergänge und mittlerweile ist auch für Behinderte gesorgt worden.

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Auch diese Soldaten wurden hermetisch mit den Rolltörchen abgeriegelt. Die Rolltore mögen sie ja gerne, die wurden ganz wild hin- und hergeschoben 🙂

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Fast wie bei den Indianern!

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Beachtet den Feuerlöscher!

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Das Bild Maos ist neu und schlechter als das alte. Das ist mir gleich aufgefallen. Da fehlen Konturen und Details, es sieht einfach billig aus. Enttäuschend! Geht das Geld aus? Ist Mao einfach nicht mehr so wichtig?

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Und habt Ihr diesen sensationellen Himmel gesehen! Tiefblau!

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Mal schnell von Xi’an nach Peking

Von unserem unglücklichen Start am Bahnhof von Xi’an habe ich ja schon erzählt.

Hier möchte ich Euch den neuen schicken Bahnhof zeigen und mal zeigen, wie es geht, wenn man in einer Dikatur lebt, wo niemand Mitspracherecht hat.

Vor 10 Jahren gab es nur einen Bummelzug, der locker 12 Stunden für die Fahrt nach Peking brauchte. Am besten fuhr man über Nacht, aber so ein kurzer, schicker Wochenendausflug nach Peking war einfach nie drin. Deshalb fuhren wir damals mit dem Nachtzug nach Shanghai, weil dies viel näher ist. Allerdings finde ich Schanghai nicht sehr attraktiv.

Nun hat man die Jahre genutzt und kurz und bündig eine kerzengerade Trasse von Peking nach Xi’an gebaut. Da wurden Bauern enteignet, Dörfer niedergewalzt, Flüsse umgeleitet und Berge gesprengt. Juchtenkäfer? Keine Chance!

Aber hier ist er nun, der tolle, wunderbare Zug! Und wir stehen in der Schlange vor der Fahrkartenprüfung. Nicht gerade in letzter Minute, aber viel Zeit hatten wir wirklich nicht mehr.

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Man drängelt sich also tapfer durch die Menge, an der Kontrolle vorbei und eine Treppe hinunter. Hier findet man eine breite Plattform und der Zug wartet dort schon.

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Drinnen gibt es jeweils 3 Sitze auf jeder Seite des Ganges.

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So abgekämpft, wie wir hier aussehen, haben wir uns auch gefühlt!

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Und wenn man 1.000 Kilometer zügig schaffen will, dann muss der Zug auch Tempo machen! Die Geschwindigkeit wurde fast während der ganzen Fahrt aufrechterhalten.

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Eine der nächsten Trassen wird zwischen Peking und Schanghai verlaufen. Definitiv ein Grund wieder nach China zu gehen! 🙂

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Xi’an, Terrakottaarmee

Klar. Dafür ist die Stadt berühmt. Wir waren hier jedesmal mit unseren Besucher und kannten hier fast jeden Terrakottakrieger persönlich. Gut, fast.

Mittlerweile hat sich das Areal fast verdoppelt. Man hat eine zweite Halle gebaut und einen Park darum herum. Aus den mobilen Wägelchen mit Andenken sind richtige Läden geworden. Und aus der Handvoll Besucher sind am heutigen Tage busseweise einheimische Familien geworden, die erwartungsvoll am Kartenhäuschen anstehen.

Auf dem Gelände jedoch verläuft sich das alles. Und die zweite Halle führt dazu, dass man doch noch in aller Ruhe gucken kann. Also wir haben sehr gestaunt!
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Und auch hier gibt es Felle zu kaufen. Das hat mich gewundert, ich hätte nicht gedacht, dass man die ausgerechnet hier verkauft.

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Hier ist ein Blick quer über die erste Halle

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Auf der entgegenliegenden Seite stehen einzelne Krieger und Pferde, die aus Einzelteilen zusammengesetzt wurden oder an denen noch gearbeitet wird.

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In der neuen Halle wird schon mit modernen Kommunikationsmitteln gearbeitet.

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Hier sind die Ausgrabungen noch an der Oberfläche.

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Hier kann man hinter Glaskästen auch fertige Exponate aus nächster Nähe anschauen.

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Die Ausstellung ist schon zeitgemäßer geworden. Früher liefen hier Führer vor ihren Schäfchen her, mit einem Megafon in der Hand und erklärten lautstark dem mehr oder minder geneigten Publikum, was sie da so sahen. Wenn sich mehrere Gruppen trafen, führte das schnell zur Taubheit, bzw. Kopfschmerzen.

Nun steht da nur noch ein Führer, der leise ins Handy spricht, während die Kunden mit Mikrophon im Ohr zuhören können. Sie sind so technikaffin. Und pfiffig.

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Mehr Bilder aus Xi’an

Wir sind tagelang nur durch die Stadt gelaufen.
„Weißt Du noch“, „Schau doch mal“, „Meine Güte, das gibt es ja auch noch“.

Wie gerne ich doch hier war! Wie wunderbar die Menschen sind. Bei Starbucks kann man auch nicht einfach mal so ins Internet, man braucht eine chinesische Telefonnummer dafür. Macht nichts, die Bedienung regelt das über ihr eigenes Telefon.

Überall Straßenkehrer mit ihren seltsamen Kehrinstrumenten, die wir immer Püschel genannt haben. China ist supersauber, auch wenn das niemand glauben mag. Nach dem schmuddeligen Thailand ist es hier absolut hygienisch. Bei Durchsehen der Bilder habe ich überall Straßenkehrer gesehen, passt einmal auf. Und sie haben neuerdings orangene Sicherheitswesten an 🙂

In China gab es übrigens blauen Himmel! Ich glaube, ich habe die bessere Häfte genervt, weil ich ständig fragte, ob das damals auch so war? Nein, war es nicht. Es gibt ja neue Umweltgesetze und die werden natürlich rigoros durchgesetzt. Nein, meine Lieben, nicht die thailändische Variante, viel Geschrei und am Ende „mai pen rai“ – nichts passiert.

So haben wir uns gefreut, weil vieles wirklich besser geworden ist. Gleichzeitig aber fehlt mir das Chaos.

Der Verkehr – geregelt. Die fröhlichen Chaoten haben Fahren gelernt. Alles mit Motor läuft leise, sauber und alle Zweiräder wurden auf Elektromotoren umgestellt.

Die Menschen – sie sehen aus wie in Europa. Moderne Kleidung, von unserer gar nicht mehr zu unterscheiden. Und selbst die Schnellscheißhose ist Vergangenheit. Mittlerweile tragen chinesische Kinder auch Windeln.
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Bitte beachten Sie, meine Damen und Herren, man höre und komme aus dem Staunen nicht heraus, die Warteschlange beim Bus.
Hallo!!!!! Warteschlange!!!!!
Ich persönlich war entsetzt! Das gab es nie. Absolut nie! Damals herrschte das Gesetz des Stärkeren, der scharfen Ellenbogen, die man lachend dem Nebenmann ganz unbesorgt in die Rippen stieß, während man fröhlich der Ehegattin Bescheid brüllte, dass der Gatte es gerade 5 Reihen nach vorne geschafft hatte.
Im Laden stand vor der Kasse ein tobender Pulk und aus der vierten Reihe wurde die Ware über die vorne Stehenden auf die Kassenablage geworfen, damit es schneller geht.
Hier haben wir fürs Leben gelernt, wie man winzige Lücken ausnutzt, den Fuß stellen muss, damit andere Drängler es schwerer haben und wie man seine Schulter als Rammbock einsetzt.
Und nun stehen sie an. Wie Lämmer. Eine Schande, ehrlich *grummel*.

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Dennoch, wir erfreuten uns an den bekannten Orten, aber trotz der vielen gelaufenen Kilometern haben wir erstaunlich wenig Fotos gemacht.

Hier ist der Glockenturm bei Tage, hinter das Kaiyue-Kaufhaus. Dort gab es früher eigentlich eher Läden mit Schrabbelware, die aber den üblichen westlichen Ketten gewichen sind.

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Xi’an liegt recht nördlich und es war kalt und grau. Blauer Himmel! Nur mal so am Rande bemerkt 🙂

Aber Chinesen mögen es ja hübsch und warum soll man sich das Leben nicht ein wenig bunt machen, haben sich die lieben Leute gefragt. Und Taten folgen lassen!

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Und gleich neben den neuen hypermodernen Einkaufszentren gibt es noch die alten Straßenszenen.

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Eine echte Sehenswürdigkeit ist die Wildganspagode. Hier waren wir so oft und es war toll, dass sich dort wirklich nichts verändert hat.

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Einen Cache gab es auch 🙂

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Ein wunderschön angelegter Park.

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Dafür sieht es bei der Metzgerei beruhigend wirr aus.

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Nochmals der Turm am Abend, so schön!

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Und Hunger hatten wir auch. Hier seht Ihr wie man in China bestellt: der Ober wird stundenlang über die Speisekarte ausgefragt. Wie etwas gekocht wurde, welche Gewürze verwendet wurden, auf welche Spezialitäten man sich freuen kann. Unser lapidares „Das da!“ macht selbst dem Kellner keinen Spaß.
Aber schaut, wie hübsch das Lokal eingerichtet ist.

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